50+1 bleibt bestehen

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Die Bundesliga öffnet sich auch weiterhin nicht für finanzstarke Investoren. Bild: Shutterstock

Es ist seit vielen Jahren eine hitzige Diskussion im deutschen Fußball. Die Frage, ob sich die Bundesliga für Investoren öffnen soll oder weiterhin an der 50+1-Regel festhält. Diese Woche wurde in Frankfurt nun die Entscheidung getroffen, die Maßnahme weiterhin aufrecht zu erhalten. Nur vier der deutschen Profiklubs stimmten gegen die Regel.

Am Donnerstag tagten die Vertreter der Erst- und Zweitligavereine über die Zukunft der 50+1 Regel. Bei der Konferenz in Frankfurt sollte ursprünglich nur über den Verlauf der weiteren Diskussion gesprochen werden. Dass es direkt eine Entscheidung gab, überraschte einige. Die DFL-Mitgliederversammlung legte letztendlich fest: 50+1 bleibt auch weiterhin bestehen, damit öffnet sich die Bundesliga nicht für finanzstarke Investoren. Eine komplette Übernahme mit mehr als 50% ist somit bei keinem deutschen Klub möglich. In den nächsten Monaten wird es nun darum gehen, die beibehaltene Regel rechtsicherer zu machen. Andreas Rettig, Geschäftsführer des FC St. Pauli, hatte die Abstimmung initiiert und führte gleichzeitig auch als eine Art Moderator durch das Meeting. Viel Zustimmung und Initiative aber kamen bei dem Zusammentreffen des Deutschen Spitzenfußballs nicht zusammen. Einige Klubs enttäuschten durch Abwesenheit oder kompletter Enthaltung.

22 Stimmen bei 36 Teilnehmern

Obwohl die Diskussion um 50+1 eine große Relevanz für die deutschen Profiklubs hat, war das Interesse eher gering. Zwei Vereine aus der zweiten Liga (Jahn Regensburg und der 1. FC Kaiserslautern) erschienen gar nicht einmal. Weitere drei Klubs wollten nicht an der Abstimmung teilnehmen, dazu enthielten sich neun Vereine ihrer Stimme. Letztendlich entschieden sich nur vier der 22 teilnehmenden Klubs für den Fall der 50+1 Regel, 18-mal wurde die Beibehaltung gefordert. Unter den vier ablehnenden Stimmen war übrigens auch der FC Bayern. Karl-Heinz Rummenigge meinte noch kurz vor der Abstimmung: „Es fällt auf, dass von den großen Ligen in Europa, von England, Frankreich, Spanien, Italien, nur noch Deutschland sich diesen ‚Luxus‘ erlaubt, dass wir fremdes Kapital nicht im Land haben wollen. Die große Frage ist am Ende des Tages ist: Erhalten wir langfristig die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga aufrecht“. Bei den Transfers von PSG, ManCity oder Barcelona macht der Rekordmeister geldtechnisch noch nicht mit. Jedoch zeigt das diesjährige Abschneiden der deutschen Vertreter in Europa, dass man den Anschluss bereits leicht verliert.

Aufatmen bei den Fans

Die Fans stehen nahezu geschlossen hinter der 50+1 Regel, trotz der abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit. Immer wieder hatte man in den letzten Wochen Plakate in Stadien sowie Aufrufe zur Beibehaltung gesehen. Auch Andreas Rettig zeigte sich sehr erfreut über das Ergebnis. „Das ist ein tolles Zeichen. Es gab kontroverse Diskussionen. Wir haben aber einen guten Kompromiss gefunden. Das Signal ist wichtig“. Für Hannovers Präsident Martin Kind, der die Abschaffung von 50+1 stets voran trieb, ist diese Entscheidung eine Enttäuschung. Ob es endgültig bei dieser Abstimmung bleiben wird oder man eventuell kleine, neuartige Entwicklungen zulässt, die aber die Regel stützen, bleibt abzuwarten. „Wir dürfen jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und uns neuen Entwicklungen nicht verschließen“, so Rettig weiter. Trotzdem ist die Entscheidung alles in allem ein Gewinn für die Fans, die dem kommerziellen Sport, der besonders in der Premier League kritisch gesehen wird, ablehnend gegenüber stehen.

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