Bode fordert Financial Fairplay

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Marco Bode sieht die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Bundesliga in Gefahr. Bild: Imago

Bei Werder Bremen ist man nicht ganz zufrieden mit der Hinrunde. Nach starkem Beginn fiel man auf Platz zehn zurück und hat 22 Punkte auf dem Konto. Die Europa League-Plätze liegen noch in Reichweite. Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode äußert sich nun kritisch in anderer Richtung. Er sieht die Chancengleichheit schwinden.

Die Bremer bereiten sich gerade in Südafrika auf die Rückrunde vor. Marco Bode sieht sein Team bestens gerüstet für den zweiten Teil der Saison, bemängelt allerdings Probleme auf anderer Ebene. Ein Financial Fairplay sei seiner Meinung nach unumgänglich in der Bundesliga. „Der Gedanke des Financial Fairplay sollte auch auf nationaler Ebene eingeführt werden. Das ist unsere Klubmeinung. Man sollte keine unterschiedlichen Regeln anwenden, wie Unternehmen Klubs unterstützen können. Das wird von vielen als Angriff gegen Wolfsburg, Leverkusen und Leipzig gewertet. Es muss aber möglich sein anzusprechen, dass man gleiche Regeln will“. Die Chancengleichheit ist für Bode nicht mehr ausreichend genug gegeben. Werder möchte im Sommer den Einzug ins internationale Geschäft feiern. Dafür muss man unter die ersten sechs kommen und ist mit harter Konkurrenz konfrontiert. Aktuell liegen Leipzig, Wolfsburg und Leverkusen vor dem SVW.

Bode fordert fairen Wettbewerb

Die drei Klubs verfügen über weitaus größere finanziellen Mittel als die Bremer. Damit haben sie für Bode auch deutlich bessere Chancen, in den Europapokal einzuziehen. Für den ehemaligen Nationalspieler muss gewährleistet sein, dass jeder Verein die gleichen Voraussetzungen für Europa hat und sich ausschließlich über die sportliche Klasse durchsetzt. „Das Thema ist wichtiger als 50+1. Da kann ich einmalig Anteile verkaufen, das andere wirkt nachhaltiger. Wenn ich zulasse, dass Klubs dauerhaft über alle Maßen unterstützt werden und das nicht aus sich selbst heraus erwirtschaften können, dann entsteht ein Fairness-Problem. Auch bei uns in der Liga wird darüber diskutiert, wieviel finanzielles Fairplay notwendig ist, damit ein vernünftiger Wettbewerb stattfinden kann. Wir haben Klaus Filbry, der unsere Interessen im DFL-Präsidium vertritt. Und dort kommt es auch zu gemeinsamen Vorstellungen.“ Die Bremer gelten als Befürworter der 50+1-Regelung. Ob es in absehbarer Zeit zu einer Abschaffung der Regelung kommt, ist noch nicht geklärt.

Financial Fairplay statt 50+1

Marco Bode befürchtet, die Liga könnte beim Fall von 50+1 noch weniger Chancengleichheit garantieren. „Wir sind für einen Erhalt von 50+1. Aber was ist, wenn die Regelung fällt und kleinere Klubs die Möglichkeit haben, in die Liga zu drängen? Unser Standpunkt gilt, aber wir überprüfen ihn konstant“. Für diesen Fall möchte der Aufsichtsratsvorsitzende eine nationale Regelung. Ein deutsches Financial Fairplay soll verhindern, dass Klubs ohne finanzstarken Investoren ebenfalls am europäischen Wettbewerb teilnehmen können, ohne dabei teure Transfers zu tätigen. Bode wünscht sich unabhängige Kontrollinstanz innerhalb der DFL, um finanziellen Zuwendungen an die Klubs klare Grenzen zu setzen. Beim Verkauf von Anteilen oder dem Trikot-Sponsoring könnte die von ihm geforderte Kontrolle zum Einsatz kommen. Er beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie die kleineren Klubs der Liga reagieren, sollte 50+1 wirklich fallen. Wird die Regelung abgeschafft, rückt Bodes Anliegen wohl in den Fokus der Liga.

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