BVB-Krise: Noch vertraut man auf Favre

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0:4 gegen Bayern, 3:3 gegen Paderborn: Wie viel Zeit gibt Watzke seinem Trainer noch? Bild: Paimages

Die Vorweihnachtszeit hatte man sich in Dortmund anders vorgestellt. Nachdem das Krisen-Gerede stets schnell widerlegt werden konnte, ist die Herbstdepression nun angekommen beim BVB. Lucien Favre scheint angezählt, doch noch hält sich der Schweizer im Amt. Wie viel Zeit geben ihm die Bosse noch?

Nach dem 0:4 beim FC Bayern vor gut zwei Wochen verabschiedete sich der BVB in die Länderspielpause. Am zwölften Spieltag wollte man Zuhause gegen den Tabellenletzten aus Paderborn dafür sorgen, dass die Klatsche vergessen ist. Doch es kam alles anders. Zur Halbzeit lag der Vizemeister mit sage und schreibe 0:3 gegen Paderborn zurück, und das vollkommen verdient. Der Aufsteiger spielte die Dortmunder phasenweise schwindlig. Dass die Schwarz-Gelben am Ende doch noch 3:3 spielten, interessierte niemanden mehr. Nach dem 0:4 war es das zweite Spiel in Folge, in dem die Leistung katastrophal war. Spieler, Verantwortliche und Fans zeigten sich nach dem Schlusspfiff schockiert. „Wir müssen uns bei allen Leuten für die Leistung entschuldigen. Ich habe keine Erklärung für die erste Halbzeit. Keine Ahnung, was wir da fabriziert haben. Man hat sich richtig geschämt. So dürfen wir nie, nie wieder auftreten. Das war absolute Scheiße.“, so Kapitän Marco Reus.

Watzke vertraut Favre – noch

Nur zwei Tage nach der Blamage gegen Paderborn stand beim BVB die Jahreshauptversammlung an, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Spieler wurden mit einigen Pfiffen empfangen. Hans-Joachim Watzke sprach Trainer Lucien Favre trotz der schwierigen Situation weiter sein Vertrauen aus. „Lucien, du hast weiterhin unser Vertrauen. Aber es ist auch eines klar: Am Ende ist Fußball auch immer über Ergebnisse definiert. Wir hoffen, dass es gelingt, eine Wende zum Positiven herbeizuführen. Dafür hast du alle Unterstützung, die die wir dir geben können. Versucht, so aufzutreten, wie das von Borussen erwartet wird.“, so Watzke zu seinem Trainer und seiner Mannschaft. Am Mittwoch tritt der BVB beim FC Barcelona an und kann den Einzug ins Champions League-Achtelfinale perfekt machen. Ist das schon das Schicksalsspiel von Favre, auch, wenn Watzke es nicht so deutlich formulieren wollte? Der Coach ist nach den letzten Wochen mehr als angezählt.

Wann gelingt die Wende?

Eine Niederlage beim FC Barcelona wäre unter normalen Umständen kein Beinbruch. Viel mehr kommt es darauf an, wie die Dortmunder auftreten. Das 0:4 in München war mehr oder weniger ein Geschenk des FC Bayern. Auch über ein 0:10 hätte sich beim BVB niemand beschweren können. Die Einstellung der Spieler stimmt derzeit keineswegs. Laufbereitschaft, Siegeswille und Zweikampfstärke werden vermisst. Zeigen sie in Spanien eine gute Leistung, verlieren aber trotzdem, wird Favre wohl noch weitermachen dürfen. Zerfällt das Team aber erneut in seine Einzelteile, könnte das ausgesprochene Vertrauen sehr schnell wieder entzogen werden. Die Borussia muss aufpassen. Dank der Niederlage von Mönchengladbach beträgt der Rückstand auf die Tabellenspitze „nur“ fünf Punkte. Nach der Partie in Barcelona wartet ein schweres Spiel in Berlin. Hertha steht derzeit mit dem Rücken zur Wand. Ein BVB in der derzeitigen Form kann auch gegen die alte Dame verlieren. Es wird sich zeigen, ob Favre seine Spieler noch erreicht.

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