Deutschland gewinnt den letzten Test

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Deutschland siegt gegen Saudi-Arabien, enttäuscht aber spielerisch. Bild: Shutterstock

Ein letztes Testspiel stand für die deutsche Nationalmannschaft an, bevor es zur WM nach Russland geht. Nach der 1:2-Niederlage gegen Österreich wollte die Elf von Joachim Löw mit einem positiven Ergebnis die WM-Vorbereitung beschließen. Gegen Saudi-Arabien gelang aber nicht das, was man sich vorgenommen hatte.

Der Gegner Saudi-Arabien steht aktuell auf Platz 67 der Fifa-Weltrangliste. Bei der Weltmeisterschaft 2002 siegte Deutschland damals im ersten Spiel mit 8:0. In Leverkusen erspielte sich die Mannschaft schnell gute Gelegenheiten, Timo Werner erzielte auch das frühe 1:0 in der achten Minute. Im Anschluss an die Führung stand den Deutschen entweder das Aluminium oder der Keeper von Saudi-Arabien im Weg. Joachim Löw entschied sich für eine Elf, die so auch im Turnier antreten könnte. Vor Torhüter Manuel Neuer spielten die drei Verteidiger vom FC Bayern, Joshua Kimmich, Mats Hummels und Jerome Boateng. Dazu gesellte sich Jonas Hector. Die Doppel-Sechs bildeten wie erwartet Toni Kroos und Sami Khedira. Offensiv lies der Bundestrainer Marco Reus, Thomas Müller, Julian Draxler und Timo Werner. Mesut Özil musste verletzt auf die Partie verzichten. Manuel Neuer spielte nur eine Hälfte, zur Pause durfte Marc-Andre ter Stegen ran.

Wackelige Defensive

Noch vor dem Pausenpfiff fiel das 2:0 durch ein Eigentor. Nach dem Seitenwechsel blieb die DFB-Elf das bessere Team, doch die Saudis bereiteten der Abwehr einige Probleme. Immer wieder kamen gut gespielte Pässe an und die schnellen Offensivkräfte konnten ter Stegen ordentlich beschäftigen. Die Einwechslung von Ilkay Gündogan interessierte das Leverkusener Publikum mehr als das Spielgeschehen. Nach den Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan haben Gündogan und Özil viel Kredit bei den deutschen Fans verspielt. Gündogan wurde bei jedem Ballkontakt rigoros ausgepfiffen. Die Nationalspieler wirkten müde und spielten ihre Chancen nicht gut zu Ende. Das Tor für Saudi-Arabien fiel in der Schlussphase durch einen zweifelhaften Elfmeter. Ter Stegen konnte den Strafstoß zwar parieren, im zweiten Versuch aber ging der Ball doch über die Linie. Kurz vor Schluss hätte Deutschland beinahe noch das 2:2 hinnehmen müssen. Das Endergebnis von 2:1 ist alles andere als ein gelungener Abschluss.

Holprige Vorbereitung

Das Publikum war genauso unzufrieden wie die deutsche Mannschaft selbst. Auch die Experten schlugen nach dem Spiel Alarm. Beide Testspiele vor der WM zeigten eindrucksvoll die Schwächen auf. Deutschland muss sich deutlich steigern, um Chancen auf die Titelverteidigung zu haben. Positiv für Löw sind die Gesundheitszustände von Manuel Neuer und Marco Reus. Neuer wirkte in beiden Partien fit und sicher. Der im September gebrochene Mittelfuß bereitet ihm keine Probleme mehr. Auch bei Marco Reus hatten viele gebangt. Vor der letzten WM verletzte er sich einen Tag vor dem Abflug nach Brasilien, auch die EM 2016 musste er absagen. Für die WM in Russland ist Reus endlich fit und scheint gute Karten auf einen Platz unter den ersten Elf zu haben. Vor allem defensiv braucht das Team eine Steigerung. Obwohl die Abwehr, bis auf Jonas Hector, eingespielt ist, wurden gegen Österreich und Saudi-Arabien zu viele Gelegenheiten zugelassen. Im ersten Gruppenspiel gegen Mexiko wird sich zeigen, ob der Mythos der Turniermannschaft standhält.

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