Die Liga auf der Suche nach Konkurrenz

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Wie bedrohlich ist die Lage einer Liga, wo Bayern alleine vorweg marschiert? Bild: Shutterstock

Dass der FC Bayern zur 6. Meisterschaft in Folge marschiert, war abzusehen. Der Abstand, der nach nur 19 Spieltagen aber zwischen den Münchnern und dem Rest der Liga herrscht, schockiert doch viele. Seitdem die Bayern die Tabelle anführen, gewann noch kein Tabellen-Zweiter sein Spiel. Der Rückstand des Zweiten? Mehr, als der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt.

Schon seit einigen Jahren wird darüber diskutiert, ob es der Liga denn gut tut, wenn Jahr für Jahr der FC Bayern seine Kreise an der Tabellenspitze zieht. Der BVB ärgerte die Münchner 2011 und 2012 gehörig, als es keine Titel für die erfolgsverwöhnten Münchner gab. Mit dem Gewinn des Triples 2013 aber begann der Weg des Rekordmeisters, seiner Konkurrenz mehr und mehr davonzueilen. Die starke Bundesliga-Premiere von Aufsteiger RB Leipzig schürte bei vielen Fußballfans Hoffnungen, die Dominanz der Münchner ein wenig durchbrechen zu können. Das Problem der Liga ist nicht die Vormachtstellung des FCB, sondern das Schwächeln der Konkurrenz. International erfahrene Teams aus Dortmund, Gelsenkirchen oder Leverkusen spielen eine wenig konstante Runde und verschenken regelmäßig die Punkte an vermeintlich kleine Teams wie Freiburg oder Augsburg. Nicht umsonst gelang den genannten Teams aus Freiburg und Augsburg in den vergangenen zwei Jahren der Einzug in die Europa League, weil die Großen Schwäche zeigten.

Neuer Rekord am 19. Spieltag

16 Punkte beträgt der Vorsprung der Bayern auf den Tabellenzweiten, im Moment ist das Bayer Leverkusen. Einen solch großen Vorsprung nach nur knapp über der Hälfte der Saison, das gab es in der Liga noch nie. Zwischen Platz 2 und Platz 10 liegen lediglich 4 Pünktchen, ein Spieltag genügt, um die Hälfte der Tabelle durchzuwürfeln. Von Platz 2 bis Platz 7 liegen die Teams bis auf einen Punkt nahezu zusammen auf den Plätzen. Wer ist also Bayernverfolger Nummer 1? Leverkusen, Schalke, Leipzig, Mönchengladbach, Dortmund und Frankfurt tauchen in der Liste auf, verlässlich spielt allerdings keiner der Klubs. Der FC Augsburg als 8. liegt nur 4 Punkte hinter der Vizemeisterschaft, gleichzeitig liegt Platz 15 nur 7 Punkte entfernt. Die Liga scheint sich also damit abgefunden zu haben, dem FC Bayern ohnehin nicht das Wasser reichen zu können. Dass die Spannung bei den Bundesligisten nicht hochgehalten wird, zeigen die Ergebnisse im europäischen Geschäft, die in den letzten Jahren immer schlechter werden.

Auch Mats Hummels schlägt Alarm

Dass die momentane Lage der Liga nicht gesund ist, davon sprach nun auch Mats Hummels. „Ich sehe schon andere Ligen klar vorne. Die spanische und die englische Liga sind die beiden stärksten. Wir müssen natürlich aufpassen, dass wir nicht noch hinter andere Ligen rutschen“. Eine zweite oder dritte Mannschaft, die regelmäßig um den Titel spielt, würde der Bundesliga gut tun, so Hummels. In England spielen Jahr für Jahr Chelsea, Arsenal, Manchester United, Manchester City, Liverpool und Tottenham um den Titel. Auch in Spanien teilen sich Real Madrid, Barcelona und Atletico den Posten den Favoriten. Um in Champions und Europa League in den nächsten Jahren wieder konkurrenzfähiger zu werden, muss sich die Liga hinterfragen, ob sie von vorneherein vor dem FC Bayern kapituliert. Oder ob sie sich doch ein Beispiel an Werder Bremen nimmt. Die Bremer zeigten, obwohl eigentlich ein halber Klassenunterschied zu den Münchnern besteht, ein beherztes, starkes Spiel und hatten die Bayern am Rande der Niederlage. Mehr von diesem Mut würde der Liga sehr helfen.

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