Die Zukunft von 50+1

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Fällt 50+1 ist der Weg für Investoren offen. Bild: Shutterstock

Die 50+1 Regel beschäftigt die Liga schon seit einiger Zeit, mittendrin steckt meist Hannovers Präsident Martin Kind. Im Moment stehen Gespräche im Raum, durch die diese Regelung weiter reformiert werden soll, wie sich die Bundesligisten dazu äußern und in wie weit Martin Kind weiterhin dafür kämpft, wird sich demnächst entscheiden.

DFB und DFL legen mit Hilfe der 50+1 Regel fest, dass ausschließlich Kapitalgesellschaften am Spielbetrieb der Lizenzligen teilnehmen dürfen, an denen der jeweilige Verein die Mehrheit der Stimmanteile hält. Die Vereine sollen die Hoheit über alle Entscheidungen behalten, da durch 50+1 geregelt wird, dass teilnehmende Gesellschaften mit teilweiser Entscheidungsbefugnis durch Investoren den Verein übernehmen. Der Fall von Investoren, die einen Klub schon seit 20 Jahren oder länger unterstützen, stellt eine Ausnahmeregelung dar. Die Bundesliga möchte auf europäischer Ebene wieder konkurrenzfähiger werden, trotzdem aber die 50+1 Regel unbedingt erhalten. Um das Gesetz nicht verabschieden zu müssen, soll eine neue, zeitgemäße Form her, die besagte Ausnahmeregelung neu definiert. Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg und die TSG 1899 Hoffenheim profitieren wie RB Leipzig von dem Sonderfall, Hannovers Präsident arbeitet seit Jahre daran, Gleiches für sich und Hannover 96 zu erreichen. Bei den Fans ist er daher schon lnger ein Streitfaktor.

Kind kämpft seit Jahren gegen 50+1

Martin Kind unterstützt Hannover 96 seit mehr als 20 Jahren finanziell. „Die Hauptsponsoren-Einnahmen in den 20 Jahren belaufen sich in Hannover auf etwa 46 Millionen Euro plus X. Ich habe privat in dieser Zeit deutlich mehr aufgewendet. Dies liegt der DFL auch testiert vor“, so Kind in einer Stellungnahme an den DFB. Ob Kind Mehrheitseigner in Hannover wird, hängt davon ab, inwieweit DFB und DFL die 50+1 Regel neu definieren oder Kinds Antrag doch stattgeben wollen. Dass sich die Liga bereiterklärt, über eine Reform nachzudenken und sich den Investoren aus aller Welt mehr zu öffnen, stößt nicht bei allen auf Begeisterung. Freiburgs Präsident Fritz Keller beispielsweise spricht sich klar FÜR das Gesetz aus. „Die Solidaritätsgesellschaft Bundesliga muss weiterhin im Vordergrund stehen. Und wenn doch irgendwann das große Füllhorn über den Bundesligisten ausgeschüttet wird, darf es nur ethisch sauberes Geld sein, das in den Sport fließt.“. In einem Punkt sind sich die Manager der Klubs aber einig: Es muss an einem Strang gezogen werden, um das Beste für die Liga herauszuholen.

England als warnendes Beispiel

Die englische Premier League gilt seit Jahren als Beispiel, wenn es darum geht, finanzielle Vergleiche zu ziehen. So erreicht die Liga schon lange die mit Abstand höchsten TV-Einnahmen, sodass selbst Zweitligisten meist deutlich mehr Transfergelder ausgeben, als ein deutscher Europa- League- Teilnehmer. Die Investoren aus den Arabischen Emiraten oder Chinas, die unter anderem Spitzenreiter Manchester City und Überraschungsmeister Leicester City mit finanzieller Hilfe versorgen, zeigen, dass Geld eben doch zwangsläufig auch Erfolg mitbringt. Das finanzielle Loch, dass zwischen der Bundesliga und der Premier League inzwischen entstanden ist, soll das Kippen der 50+1 Regel wieder etwas ins Gleichgewicht bringen. Bis auf den FC Bayern München gibt es keinen weiteren deutschen Klub, der auf europäischer Ebene noch mit den anderen Spitzenmannschaften mithalten kann. Ob eine Reformierung oder gar Abschaffung der 50+1 Regel tatsächlich Abhilfe schaffen wird, darüber muss sich die Liga demnächst nicht wenige Gedanken machen.

Unser Autor: Michael Schnellmann

Autor Michael Schnellmann

Champions League oder Nationalmannschaft? Hauptsache Fußball! Wo das runde Leder rollt, spielt bei mir keine Rolle. Als Autor für unsere Wett-Tipps bin ich auf allen europäischen Plätzen und in allen wichtigen Wettbewerben zu Hause. Das bedeutet: Jede einzelne Wett-Empfehlung beinhaltet alle wichtigen Infos und relevante Daten, um daraus die besten Tipps und ihre Wettquoten abzuleiten. Ich selbst nutze meine Analysen natürlich auch privat. Mein Wettschein dankt es mir.

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