FIFA ebnet Weg für Saison-Verlängerung

Von Michael Schnellmann

Während sich die nationalen Verbände gerade mit Szenarien zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs beschäftigen, muss die UEFA dafür sorgen, Champions und Europa League unterzubringen. Auch die FIFA steht unter Druck, denn sie muss gewährleisten, dass es hinsichtlich der Verträge nicht zu einem Chaos kommt. Aus diesem Grund möchte sie die Saison nun offiziell verlängern.

Jeder Verband prüft zur Zeit unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Lage im Land, wann die Liga wieder begonnen werden kann. Dabei steht ein zentrales Problem im Vordergrund: Alle Verträge sind im Fußball bis zum 30. Juni datiert. Die Ligen werden aller Voraussicht nach nicht zeitgleich wieder beginnen oder enden. Es erscheint eher unwahrscheinlich, alle Spielklassen bis zum 30. Juni auch finalisiert zu haben. Eine Deadline möchte niemand vorgeben, da keiner weiß, wie sich die derzeitige Situation entwickeln wird. Die DFL hat für die Bundesliga bereits klargestellt: Alle Verträge gelten so lange, bis die Saison tatsächlich vorbei ist. Der 30. Juni ist damit aufgehoben. Hier ist nun also die FIFA gefragt, offizielle Regeln festzulegen. Aktuell plant das Komitee, die Saison auf unbestimmte Zeit zu verlängern. So kann jede Liga je nach nationaler Lage handeln und die Spielzeit zu einem sportlichen Ende bringen, ohne auf einen Termin angewiesen zu sein.

Verlängertes Transferfenster

Einhergehend mit der offiziellen Verlängerung der Saison wird die Frage nach den Transferbedingungen laut. Auch hier möchte die FIFA Klarheit schaffen. Läuft der Vertrag eines Spielers am 30. Juni 2020 aus, kann sein jetziger Verein auch im Juli mit ihm verlängern. Eigentlich wäre sein Arbeitspapier bereits ausgelaufen, doch sollte die Saison noch laufen, wäre eine späte Verlängerung rechtens. Dieses Gesetz soll in Kürze verabschiedet werden. Alle Länderspiele, die im Juni stattgefunden hätten, hat die FIFA bereits abgesagt. „Wir müssen nach globalen Lösungen suchen, um diese globalen Probleme im Sinne von Kooperation und Solidarität anzugehen. Jeder hat verschiedene Interessen, aber wir müssen reden und müssen Themen auf den Tisch bringen, die wir vielleicht in der Vergangenheit nicht diskutiert haben. Ich bin überzeugt, dass wir Lösungen für den internationalen Spielkalender finden werden.“, so FIFA-Präsident Gianni Infantino. FIFA und UEFA wissen, dass sie hierarchisch derzeit hinter dem nationalen Fußball stehen.

Einheitliche Fristen

Die Aufgabe der FIFA wird es in den nächsten Wochen sein, einheitliche Regeln sicherstellen zu können. Möglicherweise endet die Bundesliga im Juni, während die Serie A noch im August die letzten Spiele austrägt. Ein Spieler, der beispielsweise von Borussia Dortmund zum AC Mailand wechselt, hätte also folgendes Problem: Am 30. Juni endet sein Vertrag beim BVB. Sein Arbeitspapier bei Milan wird aber erst gültig, wenn in Italien mit der alten Saison abgeschlossen ist. Folglich ist der Profi mehrere Wochen lang vertragslos. Die gleiche Frage lässt sich logischerweise auch umdrehen. Wechselt jemand von Italien nach Deutschland, würde sein neuer Vertrag eigentlich ab dem 1. Juli gelten. Für den BVB wäre das im fiktiven Beispiel kein Problem, denn die alte Saison ist beendet. In Italien aber wird er noch für seinen alten Klub gebraucht. Um solche Verwirrungen zu lösen, muss die FIFA Gesetze aussprechen, die für alle Ligen weltweit gelten.

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