Lewandowski mahnt

Alles läuft derzeit nicht rund beim FC Bayern. Besonders die Defensive bereitet den Fans Sorgen. Was bestens funktioniert, ist die Offensive. Neben einem überragenden Serge Gnabry steht vor allen Dingen einer im Mittelpunkt: Stürmer Robert Lewandowski. Der Pole trifft wie er will und bricht sämtliche Rekorde. Neun Spieltage ist die Saison alt. Lewandowskis Bilanz? 13 Tore! In allen neun Ligaspielen hat Lewandowski getroffen. Solch eine Statistik gibt es zum ersten Mal. Noch nie konnte ein Spieler an den ersten neun Spieltagen jubeln! In der Saison 1971/72 wurde, so hieß es bislang, ein Rekord für die Ewigkeit aufgestellt. Bayerns Gerd Müller stand am Ende bei 40 Toren. Gelingt es Lewandowski nun tatsächlich, diese Bestmarke zu übertreffen? Es wäre ein mehr als historisches Knacken eines Rekords, der für die Ewigkeit schien. Rechnet man die derzeitige Quote hoch, landet der Pole am Ende bei 49 Saisontoren.

Über seine aktuellen Zahlen freut sich der Bayernstar. Zeitgleich warnt er allerdings auch davor, zu satt zu werden. „Ich freue mich, wenn ich treffe, aber ich lese das alles nicht und ich will davon nichts hören. Ich muss fokussiert bleiben.“ Er möchte sich nicht auf dem Lob ausruhe, sondern den historischen Rekord anpeilen. Für Bayernikone Giovane Elber scheint dieses Unterfangen tatsächlich möglich. „Ich habe immer gedacht, keiner kann den Gerd-Müller-Rekord knacken. Aber mittlerweile glaube ich: Robert kann das schaffen!“ Elber selbst erzielte in 260 Ligaeinsätzen 133 Tore. Lange Zeit war er damit der erfolgreichste ausländische Torschütze der Liga. Mittlerweile hat ihn Lewandowski längst übertroffen. Der 31-Jährige steht derzeit bei 299 Spielen und 215 Treffern. Der Pole ist aktuell in der Form seines Lebens. Spielt er noch einige Jahre auf seinem hohen Niveau, wird er sich in sämtliche Bestenlisten eintragen.

Kein Backup

So sehr man sich auf Seiten des FC Bayern auch über Lewandowski freut, so sehr muss man auch erkennen: Wir sind absolut abhängig von unserem Stürmer. Sollte er sich einmal schwerer verletzen, haben wir keinen gleichwertigen Ersatz. Niko Kovac und Thomas Müller sind froh, dass man sich auf den Stürmer verlassen kann. Für beide ist klar: So stark, wie er aktuell spielt, war er noch nie. „Er ist derjenige, der uns im Moment oben hält.“, gibt Kovac zu. Lewandowski hatte in der Vergangenheit oft angemerkt, dass er sich einen Backup wünschen würde. Erfüllt wurde seine Bitte nicht. Jeder Stürmer weiß: Ich spiele nur, wenn Lewandowski so schwer verletzt ist, dass ein Einsatz absolut unmöglich ist. Ersetzen könnten ihn die Bayern nur mit Außenspielern oder offensiven Mittelfeldspielern. Müller, Coutinho oder Perisic könnten in die Sturmspitze rücken. Kompensieren aber kann man die Klasse des Robert Lewandowski derzeit in keinem Verein der Welt.