Glücksspielsucht? Ein Nasenspray soll gegen die Beschwerden helfen

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Die Freude über Wettgewinne kann schnell trüben, wenn Tippen zur Sucht wird. Bild: Shutterstock

Genau wie die Drogen- und Alkoholsucht, ist die Glücksspielsucht eine anerkannte Krankheit. Sie hat nicht nur ähnliche Symptome wie andere Suchtkrankheiten, darüber hinaus führt sie bei den Betroffenen zu einer Vernachlässigung von Familie und Beruf. Soziale Kontakte werden eingeschränkt. Die Spielsüchtigen sind dadurch immer stärker ihren negativen Gefühlen ausgesetzt. Die Folge: Sie spielen immer mehr. Das kann zu einer enormen emotionalen und wirtschaftlichen Belastung werden. Finnische Forscher, die sich mit Spielsüchtigen beschäftigen, wollen nun ein Gegenmittel gefunden haben: Ein Nasenspray, welches den Drang, zu spielen unterdrückt.

Tatsächlich wollen die Wissenschaftler, die am Nationalen Institut für Gesundheit und Soziales in Helsinki tätig sind, in den nächsten Wochen mit einer Langzeitstudie beginnen und das Nasenspray in der Anwendung testen. Bislang gab es für die Glücksspielsucht kein geeignetes Medikament, das den Heilungsprozess unterstützt. Mit dem Nasenspray soll das nun in Zusammenhang mit psychotherapeutischen Maßnahmen gelingen. Wichtig ist, dass der Patient nicht nur medikamentös behandelt wird, sondern mit Verhaltenstherapie und Ähnlichem begleitet wird. Das Nasenspray Naloxon, welches die Spieler vom Glücksspiel abhalten soll, ist ein sogenanntes Opioid-Antagonist. Dieser Stoff kommt in der Anästhesiologie sowie in der Notfallmedizin zur Anwendung. Interessanterweise nutzt es auch die Psychiatrie als Medikament gegen die Sucht von Alkohol sowie bei der Entwöhnung von verschiedenen Drogen.

Der Wirkstoff von Naloxon

Der menschliche Körper besitzt γ-Hydroxybuttersäure (GHB). Das ist ein Neurotransmitter, welcher dopaminerge Wirkungen hat, sprich Dopamin freisetzt. Mithilfe eines Opioid-Antagonisten kann die Wirkung von Dopamin im Organismus aufgehoben werden. Wer nicht weiß, was Dopamin ist: Dieser Stoff sorgt im Gehirn für Erregung und ist auch als Glückshormon bekannt. In der Regel wird es mit Lust und Belohnung in Verbindung gebracht. Das Nasenspray mit Naloxon soll bei betroffenen Spielsüchtigen demnach innerhalb von wenigen Minuten die Produktion von Dopamin blockieren und somit das Lustgefühl für Casinogames und andere Glücksspiele unterdrücken. Das Medikament ermöglicht damit einen leichten und angenehmen Ausstieg aus der Abhängigkeit. In der Studie wird die Wirkung nochmals überprüft. Es haben sich 130 Personen zur Verfügung gestellt, die an der Studie teilnehmen. Sie wird über ein Jahr gehen und von Professor Dr. Hannu Alho geleitet.

Welche Probleme gibt es mit dem Nasenspray?

Das Problem mit dem Wirkstoff ist, dass frühere Ansätze und Versuche bereits gescheitert sind. Als Tablette wirkt Naloxon aufgrund der langsamen Aufnahme im Blut nicht schnell genug. Da aber beim Glücksspiel schnelles Handeln notwendig ist und der Impuls, zu spielen unmittelbar gestoppt werden muss, benötigt es eine Arzneiform, die sofort wirkt. Das soll das Nasenspray ermöglichen. Ein weiteres Problem ist, dass nur wenige Prozent der Spielsüchtigen sich in Deutschland auf eine fachgerechte Therapie einlassen. Zudem können sich Betroffene eine völlige Abstinenz nicht vorstellen. In Zukunft ganz auf das Glückspiel zu verzichten, ist für viele Spieler nicht möglich. Rückfälle sind häufig vorprogrammiert. Ob der Glücksspielkonsum mit dem Nasenspray nach und nach reduziert werden kann, ist deshalb fraglich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Dazu muss das Medikament aber erst zugelassen werden.

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