Hector geht mit Köln auch in die zweite Liga

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Trotz wahrscheinlichem Abstieg: FC-Fans freuen sich über Hectors Verlängerung. Bild: Shutterstock

Nationalspieler Jonas Hector wurde von vielen Vereinen umworben, besonders der BVB soll großes Interesse am Linksverteidiger gehabt haben. Durch den fast sicheren Abstieg der Kölner galt ein Wechsel als höchstwahrscheinlich. Doch Hector wird überraschenderweise nicht von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machen und bleibt dem FC treu.

Der Vertrag in Köln lief bis zum 30. Juni 2021, für sieben bis acht Millionen Euro aber hätte Hector den FC jetzt schon verlassen können. Ein Schnäppchen für einen der besten deutschen Außenverteidiger, folglich waren viele Klubs an ihm interessiert, auch der FC Bayern soll darunter gewesen sein. Nach dem Unentschieden der Kölner gegen den FC Schalke 04 war klar, dass der Klassenerhalt wohl nicht mehr gelingen wird. Acht Punkte Rückstand bei drei ausstehenden Partien aufzuholen, scheint nicht machbar. Nach der Partie gab es Tränen bei Spielern und Fans, allen war klar, dass der vergebene Heimsieg wohl den Abstieg bedeutet. Für Jonas Hector, der seinen WM-Platz sicher haben dürfte, ist ein Gang in die zweite Liga nicht vorstellbar, dachten viele. Doch nur einen Tag nach dem Remis gaben Hector und der FC gar die Verlängerung des Kontraktes bekannt.

Verlängerung bis 2023

Bis zum Jahr 2023 bindet sich der Verteidiger an die Domstädter und geht auch mit in die zweite Bundesliga. „Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln, aber für mich fühlte sich das nicht richtig an. Wir haben viele Gespräche in den letzten Wochen geführt und ich habe mir viele Gedanken gemacht. Das Ergebnis ist für mich eindeutig: Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen“, so Hector. Die Verlängerung überrascht. Eine Woche zuvor, bei der Kölner Niederlage in Berlin, war Hector weinend vom Platz gegangen. Nach der Partie wurden die Kölner Spieler von den eigenen Fans wütend empfangen worden. Als Hector sein Trikot in die Menge gab, wurde es ihm wieder zurückgeworfen. Daraufhin ging er unter Tränen in die Kabine und wollte sich nicht weiter dazu äußern. Trotzdem ist die Liebe zum Verein und den Fans so stark, dass er als Nationalspieler die Bundesliga verlässt.

Respekt von allen Seiten

Für seine Entscheidung erntet Hector Anerkennung und Respekt von allen Seiten. Auch Sportdirektor Armin Veh ist begeistert vom Zug seines Linksverteidigers. „Jonas ist ein außergewöhnlicher Spieler und ein besonderer Typ, wie es sie im heutigen Profifußball selten gibt. Dass er als aktueller deutscher Nationalspieler den Weg mit uns weitergeht, unterstreicht dies eindrucksvoll. Jonas‘ Bekenntnis zum FC ist ein großartiges Signal für die Mannschaft, den Verein und unsere Fans“. Für die Fußballfans ist Hectors Verlängerung ein Zeichen in die richtige Richtung. Nach den Wechseltheatern von Dembele, Aubameyang, Coutinho und einigen anderen, die nach kurzer Zeit zu einem erfolgreicheren Verein wollten, ist Hectors Verhalten ein moralischer Sieg. Obwohl er als Nationalspieler auf die eigene Perspektive blicken muss, entscheidet er sich für seinen Herzensklub. Die Verlängerung ist für Fußballfans ein Zeichen dafür, dass emotionale Bindung in Ausnahmefällen doch noch über dem Finanziellen steht.

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