Hoeneß kontra Breitner

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Ein Bild aus vergangenen, friedlichen Tagen. Bild: Imago

Beim FC Bayern scheint die sportliche Krise langsam überwunden. Der Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund ist groß. Trotzdem nähern sich Spieler, Trainer und Fans wieder an und sorgen für eine gute Stimmung. Präsident Uli Hoeneß scheint der Titel 2018/19 ohnehin nicht übermäßig wichtig zu sein. Er liegt vielmehr im Clinch mit Paul Breitner.

Die Nachricht sorgte bei den Bayernfans für nachdenkliche Mienen: Uli Hoeneß verbannte Paul Breitner von der Tribüne. Zwischen den beiden Vereinslegenden herrschte Uneinigkeit über die aktuelle Situation des Rekordmeisters. Gerüchten zufolge soll es Hoeneß alleine gewesen sein, der Breitner den Tribünenverweis aussprach. Der FC Bayern ließ jedoch mitteilen, dass die Entscheidung vom gesamten Verein getroffen wurde. „Ich habe Paul Breitner telefonisch mitgeteilt, dass wir gemeinsam entschieden haben, dass er im Ehrengastbereich der Allianz Arena nicht mehr willkommen ist. Grund für diese Entscheidung waren seine mehr als geringschätzigen Äußerungen über den FC Bayern und dessen handelnde Personen, welche er am 21. Oktober 2018 in der Sendung ‚Blickpunkt Sport‘ des Bayerischen Fernsehens getätigt hat“, so Bayerns stellvertretender Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen. Breitner hatte zuvor die mittlerweile legendäre Wut-PK von Hoeneß und Rummenigge scharf kritisiert.

Breitner bestätigt Streit

Breitners Aussagen waren für den FC Bayern nicht zu dulden. Die Ehrentribüne sei ausschließlich für Freunde, Partner und Vertraute da, um den Verein gemeinsam zu unterstützen. Breitner könne weiterhin die Arena besuchen, lediglich die Ehrentribüne sei für ihn tabu, so Dreesen weiter. Breitner bestätigt, den Verweis erhalten zu haben. „Ich habe daraufhin beschlossen, meine zwei Ehrenkarten, die ich als Ehrenspielführer auf Lebenszeit besitze, zu Händen von Herrn Dreesen zurückzuschicken. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich Freikarten will“. Die Bayernfans sind wenig erfreut über den Streit zwischen den beiden Vereinsikonen. Auf der Mitgliederversammlung wurde Hoeneß dafür kritisiert, dass er einen Freund und Kollegen der Tribüne verweisen hat lassen. Die Schuld wollte sich der Präsident aber nicht geben lassen. „Der wird jetzt zum Märtyrer gemacht. Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter“. Eine genauere Erklärung gab Hoeneß auch ab und bekam obendrein Rückendeckung aus der Bundesliga.

Rudi Völler stützt Hoeness

„Paul Breitner hat in den letzten acht Jahren beim FC Bayern fast zwei Millionen Euro Honorar bekommen. Diesen Vertrag hat er Anfang 2017 nach einer Auseinandersetzung mit Karl-Heinz Rummenigge, in der es auch um Presseauftritte und Fernsehauftritte ging, hingeschmissen. Er hat den FC Bayern beschädigt. Wenn er ein Problem mit uns hat, dann soll er uns das selbst sagen, aber nicht den Weg über die Presse gehen." Hoeneß und Breitner haben seit einigen Jahren keinen Kontakt mehr. Nach dem Gefängnisaufenthalt des Präsidenten hatte Breitner ihm öffentlich einen Rückzug aus dem Verein nahegelegt. Unterstützung erhält Hoeneß von Rudi Völler. „Ich bin in diesem Fall auf der Seite von Uli Hoeneß. Bei aller Wertschätzung für seine Leistungen als Spieler hat Paul Breitner in den 80er-, 90er- Jahren als Zeitungskolumnist so viele Leute verletzt – das war mitunter menschenverachtend“. Eine Versöhnung scheint ausgeschlossen.

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