Julian Brandt über Social Media

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Nationalspieler ohne Social Media? Julian Brandt wäre gerne einer davon. Bild: Imago

Fußballprofis sind längst nicht mehr nur Spitzensportler. In den sozialen Medien erreichen sie teilweise mehr als eine Milliarde Menschen weltweit. Als Fußballer ist man heute auch Werbestar und Vorbild. Ohne Instagram oder Facebook gibt es auch keine zusätzlichen Einnahmen. Leverkusens Jungstar Julian Brandt überraschte jetzt mit einem Geständnis hierzu.

„Ich habe von Facebook und Twitter überhaupt keinen Plan. Ich hasse diese Plattformen über alles. Aber ich muss sie halt benutzen. Ich habe mich jahrelang dagegen gesträubt. Aber dadurch, dass immer mehr über diese Plattformen läuft, hast du irgendwann keine andere Wahl. Die Leute sagen: Irgendwann musst du was machen. Spätestens, wenn du bei einer WM dabei bist, musst du das tun“, so sein offizielles Statement. Dass ein Fußballspieler ohne den täglichen Social Media-Kontakt auskommt, ist höchst selten zu bemerken. 95 Prozent der national wie international bekannten Stars legen viel Wert auf ihre Online-Präsenz. Über Instagram und Co. lassen sich viele Millionen verdienen. Werbeaufnahmen, Produkttests, Markierungen von Orten. Unzählige Beispiele belegen, dass das normale Vereinsgehalt gut und gerne um 50 Prozent gesteigert werden kann. Julian Brandt scheint auf finanzielle Unterstützung dieser Art keinen Wert zu legen.

Unterstützung aus Hoffenheim

Facebook und Twitter, so Brandt, habe er. Allerdings lässt er die Accounts von Fachmännern bedienen. Seinen Instagram-Kanal führt er selbst. „Aber auch da bin ich nicht der Typ, der jede Stunde was updaten muss“, so der Außenstürmer. Seine Einstellung teilen nur wenige. Ein Bundesligakollege allerdings geht noch weiter als Brandt: Hoffenheims Benjamin Hübner. Der Innenverteidiger boykottiert die sozialen Netzwerke sogar. „Ich hatte früher mal Facebook, da gab es Instagram noch gar nicht. Der eine hat sein Essen gepostet, der andere geschrieben, wie es ihm geht. Irgendwann habe ich mich gefragt: Was machst du hier eigentlich? Ich habe für mich entschieden, dass ich das alles nicht brauche. Ich finde, es nimmt dir sehr viel Lebensqualität und Lebenszeit. Das ist mir zu oberflächlich. Ich beschäftige mich lieber mit anderen Dingen.“ Für beide Spieler ist die Oberflächlichkeit der Branche zu stark ausgeprägt. Ein Zoff im Training oder ein falscher Blick auf einem privaten Ausflug, schon ist das Detail weltweit veröffentlicht.

Vermarktungsmaschinen

In der heutigen Zeit steigt das Gehalt eines Profifußballers nahezu von Jahr zu Jahr. Ist ein Spieler in den sozialen Netzwerken aktiv, kommt ein nicht unwesentlicher Betrag gar noch dazu. Bayern München verpflichtete vor gut einem Jahr den kolumbianischen Superstar James Rodriguez. Bei seiner Vorstellung griff sogar Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge das Thema Social Media auf. James hatte weit mehr Follower, als alle anderen Bayernstars. Diese Follower werden auch dem FC Bayern folgen, was wiederum mehr Geld bringt. Stellt Lionel Messi ein Foto von sich bei Instagram online, erreicht er in wenigen Stunden einige Milliarden Fans. Auf diese Präsenz werden große, bekannte Unternehmen aufmerksam und kooperieren mit dem Superstar. Die Maschinerie Instagram ist im Sportsektor unaufhaltsam. Spieler wie Julian Brandt oder Benjamin Hübner sind die absoluten Ausnahmen. Ausnahmen, mit denen sich viele Fans deutlich mehr identifizieren können, als mit der aktiven Social Media-Prominenz des Fußballs.

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