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Konzessionsvergabe: Staatliche Anbieter bleiben auf der Strecke

Staatliche Wettanbieter wie Oddset haben es nicht leicht in den letzten Monaten. Während private Anbieter von Sportwetten Milliardenumsätze einfahren, sind staatliche Lottogesellschaften an diverse Auflagen und Einschränkungen gebunden und büßen ihre Konkurrenzfähigkeit immer mehr ein.

So lange das Hessische Innenministerium nicht zum Ende seines Konzessionsverfahrens kommt, wird sich an der Situation nichts ändern – und das Ende ist noch lange nicht in Sicht.

Verwirrspiel um Konzessionen betrifft vor allem staatliche Anbieter

Seit fast eineinhalb Jahren läuft das Verfahren zur Konzessionsvergabe. Erst im Dezember 2013 wurden alle Konzessionsanträge, die es in die zweite Runde des Auswahlverfahrens geschafft hatten, pauschal abgelehnt und die betroffenen Anbieter stehen nun wieder ganz am Anfang. Auf Nachfrage teilte das Innenministerium mit, es sei nicht möglich einen Zeitpunkt der Konzessionsvergabe zu nennen.

Vor allem für staatliche Wettanbieter, zu denen auch Oddset gehört, ist diese Ungewissheit von entscheidendem Nachteil. Sie sind nämlich in großem Maße von Einschränkungen bezüglich des Angebots, der Werbung und des Spielerschutzes betroffen. Das wirkt sich vor allem auf den Marktanteil aus. Niedrige Ausschüttungsquoten und das zwangsweise reduzierte Angebot haben zur Folge, dass Oddset 2013 auf Einsätze von 134 Millionen kam – und das bei einem Markt mit einem Gesamtumsatz von etwa vier Milliarden Euro.

Was Oddset und Co. zu schaffen macht, hält private Anbieter von Sportwetten nicht ab, ihr Geschäft ungerührt und mit großem Erfolg zu betreiben. Sie berufen sich auf die europäische Dienstleistungsfreiheit und können ihre Wetten  auch in Deutschland uneingeschränkt anbieten.

Lotto Hessen Chef Sundermann: Juristische Scharmützel werden sich noch lange Zeit hinziehen

Heinz-Georg Sundermann, Chef bei Lotto Hessen, sieht als Grund für die lange Dauer des Verfahrens die, seiner Meinung nach, willkürlich gewählte Anzahl von insgesamt 20 Anbietern bundesweit. Aus diesem Grund muss jeder Bewerber besonders gründlich geprüft werden, sodass die Entscheidung im Nachhinein möglichst nicht juristisch angefochten werden kann.

Allerdings geht Sundermann davon aus, dass die unterlegenen Antragssteller trotzdem rechtliche Schritte einleiten werden, um die Konzessionsvergabe noch zu stoppen.  Selbst diejenigen, die in der Zukunft eine Lizenz erhalten, werden laut Sundermann mit einigen damit verbundenen Auflagen nicht einverstanden sein und rechtliche Schritte einleiten – ein endloses Tauziehen also.

Eine Möglichkeit, das Verwirrspiel und den damit verbundenen rechtlichen Schwebezustand zu beenden, sieht der Lotto Hessen Chef darin, auf die quantitative Einschränkung zu verzichten und jedem eine Konzession zu erteilen, der vorgegebene Auflagen erfüllt. Doch es sieht nicht so aus, als könnte dieser Vorschlag Anklang finden und staatliche Wettanbieter werden wohl noch lange mit der Ungewissheit leben müssen, während sich die Konkurrenz immer weiter ausbreitet.

Autor Mark Weber

 

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