Rassismus-Vorfall in der Bundesliga – Hannover zahlt 20.000

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Wegen rassistischer Beleidigungen verhängte der DFB-Kontrollausschuss eine 20.000€-Strafe. Bild:Shutterstock

Die rassistischen Beleidigungen der 96-Fans im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 haben ein Nachspiel für Hannover, wie jetzt bekannt wurde, muss der Verein 20.000 Euro Strafe zahlen. Gleichzeitig stellten die Niedersachsen klar, sich deutlich von den Anhängern zu distanzieren. Auch Kevin-Prince Boateng betonte zuletzt, sich verstärkt gegen Rassismus einsetzen zu wollen.

Zum Rückrundenauftakt, als die Hannoveraner daheim mit 3:2 gegen Mainz gewinnen konnten, verhöhnten einige Fans die dunkelhäutigen Mainzer Profis Leon Balogun und Anthony Ujah beim Aufwärmen in der zweiten Halbzeit mit Affenlauten. Balogun zeigte sich nach dem Vorfall schockiert: „Ich bin erschrocken darüber, dass so ein Verhalten 2018 in der Bundesliga, in der jeden Tag unterschiedlicher Herkunft, Hautfarben und Religionen gemeinsam für ihre Fans kämpfen, überhaupt noch existiert“. Dass sie Fans von 96 so negativ auffielen, konnte der Großteil der Anhänger nicht verstehen. Schließlich stehen bei Hannover mit Felipe, Salif Sane, Ihlas Bebou und Charlison Benschop selbst farbige Spieler im Kader. Die Polizei konnte bislang zwei Täter identifizieren, denen neben Hausverbot auch eine Ermittlung wegen Volksverhetzung bevorsteht. Der DFB-Kontrollausschuss hatte unmittelbar nach dem Vorfall eine Anklage wegen unsportlichen Verhaltens der Anhänger erhoben. Das Urteil entschied nun auf eine Strafe von 20.000 Euro.

Hannover halt bei Täterermittlung kräftig mit

Die Hannoveraner verurteilten die rassistischen Beleidigungen scharf und halfen der Polizei daher bei der Identifikation der Täter. Das Verhalten der 96er führte dazu, dass sie ein relativ mildes Urteil erhalten haben. Zwar könnten sie dagegen Revision einlegen, doch ein Akzeptieren der Geldstrafe scheint sehr wahrscheinlich. Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, äußerte sich wie folgt: „So verfügt Hannover 96 über ein umfangreiches Anti-Diskriminierungs-Konzept und vertritt seit vielen Jahren eine ‚Null-Toleranz-Politik‘ gegen Rassismus. Zudem hat sich der Verein unverzüglich von dem Verhalten der betreffenden Personengruppe distanziert und dieses mit Entschiedenheit öffentlich verurteilt“. Rouven Schröder, Sportvorstand der Mainzer, sagte direkt nach dem Vorfall, man müsse ligaweit zusammenstehen und gemeinsam daran arbeiten, keinem Hass und keiner Fremdenfeindlichkeit in deutschen Stadien Platz zu geben.

Kevin-Prince Boateng kämpft seit Jahren gegen Rassismus

Der Frankfurter Kevin-Prince Boateng wurde in der Vergangenheit mehrfach Opfer von rassistischen Beleidigungen. Besonders zu seiner Zeit in Italien, wo der Rassismus nach wie vor eine große Rolle im Fußball spielt, musste sich Boateng viele Gesänge anhören, einmal verließ er sogar den Platz. „Wir müssen den Sport nutzen, um dagegen vorzugehen. Es gibt nichts Schöneres als Fußball, wo jede Nation zusammen spielt, zusammen feiert, zusammen traurig ist. Wenn das meine Berufung ist vom großen Gott, Allah, Buddha, oder wie er auch heißt, dann werde ich das jetzt angehen. Es geht nicht so weiter“. Sein Trainer Niko Kovac gab ihm Recht und sprach sich dafür aus, die Vereine sowie die Fans deutlich härter zu bestrafen. Nach Boatengs Anti-Rassismus-Appell, den er auf Grund einer H&M-Werbekampagne Anfang Januar, VOR dem Hannover-Eklat, aussprach, twitterte ausgerechnet Balogun, das spätere Opfer „Say no more fam!!! Bin dabei Bruder“. Boateng möchte einen Zusammenschluss erreichen, der es schafft, Rassismus so gut wie möglich aus Stadien fernzuhalten. Geht er diesen Weg ebenso eindrucksvoll wie seinen sportlichen Lauf in Frankfurt, verspricht das Projekt großen Erfolg.

Unser Autor: Benjamin Dworak

Autor Benjamin Dworak

Ich fühle mich ein wenig wie Otto Rehhagel. Als Kind der Bundesliga eben. Wett-Tipps für die 1.Bundesliga, 2. Bundesliga und Wettempfehlungen für den DFB-Pokalsind mir wie auf den Leib geschnitten. Hier kenne ich Vereine, Spieler und Entwicklungen aus dem Effeff. Und zwar nicht nur beim Effzeh. Am Ende gilt für jede Wettanalyse: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Das wusste schon König Otto. Daran lasse ich mich bei jedem einzelnen meiner Wett-Tipps messen.

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