Rolf Schafstall verstorben

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Ein großer Trainer verlässt die Bühne Fußball für immer. Bild: Shutterstock

Der ehemalige Bundesliga-Coach Rolf Schafstall ist am 30. Januar im Alter von 80 Jahren verstorben. Seine Erfolge mit den Underdogs Bochum und Duisburg begeisterte in den 70er und 80er Jahren die Fußballwelt, auch den FC Schalke 04 trainierte Schafstall erfolgreich. Sein Herz aber hing vor allen Dingen am VfL Bochum, gleich 3-mal stand er dort an der Linie.

Seine aktive Karriere spielte sich eher abseits der großen Öffentlichkeit ab. Hamborn 07 und der SSV Reutlingen waren seine Stationen, 1969 beendete er in Baden-Württemberg seine Karriere. Fünf Jahre nach dem Ende seiner Laufbahn startete er, ebenfalls in Reutlingen, sein Trainer-Dasein. Nach nur einem Jahr ging es für Schafstall nach Duisburg, wo er wenige Jahre später, bei seinem 2. Engagement, seine ersten großen Erfolge als Coach feiern konnte. Nach einer Zwischenstation beim Karlsruher SC erreichte Schafstall mit dem MSV Duisburg, den er 1976 vor dem Abstieg gerettet hatte, seinen größten Internationalen Coup. Bis ins Uefa-Cup-Halbfinale ging es für die Duisburger, kurz vor dem Finale wurden sie im deutschen Duell vom späteren Sieger Borussia Mönchengladbach gestoppt. Seine Liebe zum VfL Bochum begann wenig später, 1982 heuerte Schafstall zum 1. Mal dort an.

Große Liebe VfL Bochum

Schafstall und der VfL, das passte lange Jahre wie die Faust aufs Auge. „Der VfL Bochum 1848 trauert um eine seiner prägenden Persönlichkeiten“, so betrauert der Klub den Tod Schafstalls. Die Bochumer standen jedes Jahr aufs Neue unter allen Experten als 1. Absteiger fest, kaum einer hatte dem Revierklub den Klassenerhalt zugetraut. Doch Rolf Schafstallholte jede Saison das Optimum aus seinem Kader heraus und verhalf dem VfL so mehr als nur einmal zum unverhofften Klassenerhalt. Dem 11-Freunde-Magazin sagte Schafstall einst Folgendes zum Thema Abstiegskampf: „Zu einem Verein zu wechseln, der unten drin stand, diesen Moment habe ich fast genossen“. Insgesamt betreute er die Bochumer in 166 Spielen, nur Lediglich Heinz Höher (250 Spiele), Peter Neururer (193) und Klaus Toppmöller (175) waren aktiver beim VfL. 2001, als Schafstall das letzte Mal beim VfL Bochum weilte, erwischte es den Unabsteigbaren doch und er musste in Liga 2.

Schafstall und Assauer

1986/87 coachte Schafstall den FC Schalke 04, seine Verpflichtung und seine Trainer-Dasein bei den Knappen rief damals einen Machtkampf mit dem damaligen Manager Rudi Assauer hervor, wie der Verein auf seiner Homepage veröffentlichte. „Schalke durchlebte seine innigste Phase der Selbstzerfleischung, inklusive Machtkämpfen um den Vorsitz, Rücktritt von Manager Rolf Rüssmann, tumultartiger Jahreshauptversammlung und gefährdeter Lizenz aufgrund hoher Schuldenstände“. Rolf Schafstall gehörte zur Trainergeneration der harten Arbeiter, denen es trotzdem stets gelang, das Vertrauen seiner Spieler zu erlangen und das Beste aus ihnen herauszuholen. Trainer-Ikone Max Merkel ehrte Schafstall 1986. In seinem alljährlichen Ranking der Mannschaften und Trainer in der Bild-Zeitung vergab Merkel Punkte in Form von Bällen, die einmalige Bewertung von 6 aus 5 möglichen Bällen erreichte der gebürtige Duisburger Schafstall. Wie er später sagte, war diese Auszeichnung sein größter sportlicher Erfolg. Weitere Stationen seiner Trainerkarriere waren Rot-Weiß Essen, Bayer Uerdingen, der VfL Osnabrück, Fortuna Düsseldorf, Stahl Brandenburg, die Stuttgarter Kickers, Hannover 96 und Dynamo Dresden.

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