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Herber Rückschlag bei Vergabeverfahren der Sportwettenlizenzen

Für den einen ist es verständlich, für den anderen unglaublich. Die Vergabe der deutschen Sportwettenkonzessionen hat gestern einen herben Rückschlag erlitten.

Demnach habe keine der 41 Antragssteller, auch nicht die schon zur zweiten Stufe zugelassen wurden, die Mindestanforderungen erfüllt. Dies teilte das führende Ministerium in dem bereits angekündigten Bescheid mit. Von dieser Mitteilung gingen jedoch nur die Wenigsten aus. Man hatte erwartet, dass entweder die  ersten Buchmacher zugelassen werden, oder dass man die stark in Kritik geratene zweite Phase wiederholen wird, da dabei laut Insidern einiges schief gegangen war.

Alle Anträge für deutsche Sportwettenkonzessionen abgelehnt

Nachdem das Ministerium 14 der 41 Bewerber in die zweite Runde gelassen hatten, folgt nun ein Rückschlag im Vergabeverfahren. „Im Sportwettkonzessionsverfahren wurde eine abschließende Prüfung der Anträge aller Antragsteller, die zur 2. Stufe des Konzessionsverfahrens zugelassen wurden, durchgeführt“, schreibt das Ministerium in einer E-Mail. „Dabei wurde festgestellt, dass […] keiner der Antragsteller die Erfüllung der Mindestanforderungen […] in prüffähiger Form nachweisen konnte.“

Die Anbieter seien nun in der Pflicht, weitere Unterlagen nachzureichen. Ärgern werden sich in erster Linie die Teilnehmer, die schon in der ersten Runde ausgeschieden waren. Damals war keine Nachreichung von Unterlagen möglich. Dagegen wehrte sich der Buchmacher Victor Chandler, verlor aber vor dem Hessischen Verwaltungsgericht. Der zuständige Anwalt kommentierte den Schritt des Ministeriums nun wie folgt: „Es scheint mir, dass es seine eigenen Bewertungsmaßstäbe infrage gestellt hat und nun einen eleganten Weg sucht, um dies nicht zugeben zu müssen.“

Widerwillen der Antragsteller wird folgen

Das Ausschreibungsverfahren dauert nun bereits seit Mitte 2012 an und sollte eigentlich im Frühling beendet sein. Zuletzt hieß es, dass im August die Entscheidung fallen würde. Jetzt dürfen die Beteiligten erst mit einer Konzession im Laufe des kommenden Jahres rechnen. Das Ministerium erwartet danach allerdings noch 80 verwaltungsgerichtliche Verfahren.

Zumindest haben die Antragssteller dann das Recht, bis Mitte 2019 Sportwetten sowohl im Internet als auch terrestrisch durchzuführen. Dass man das Verfahren der zweiten Runde auf Null setzen würde, hatte man zwar bereits erwartet, jedoch in anderer Form. Nun schiebt das Ministerium alle Fehler von sich weg und zieht den Kopf aus der Schlinge.

Autor Mark Weber

 

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