Transfermarkt: Krise lässt Marktwerte drastisch sinken

Von Benjamin Dworak

Während die Vereine rund um den Globus darauf warten, endlich wieder Fußballspielen zu dürfen, kommt Bewegung in den Transfermarkt. Allerdings nicht hinsichtlich einiger Vereinswechsel, sondern vielmehr bezüglich der Marktwerte. Bereits jetzt sind diese deutlich gefallen, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Wie viel Einfluss hat das auf die kommenden Transferperioden?

In den letzten Jahren schossen die Ablösesummen astronomisch in die Höhe. Ein Neymar, der für mehr als 220 Millionen Euro zu Paris St. Germain wechselte, setzte dem Spektakel die Krone auf. Die Marktwerte schnellten nach oben, ohne dass die betreffenden Spieler sich jemals über einen Titel freuen durften. Die besten Beispiele hierfür sind in der Bundesliga Jadon Sancho und Kai Havertz. Beide waren vor der globalen Krise über 100 Millionen Euro wert, obwohl sie erst seit zwei Jahren im Profibereich aktiv sind und noch nie Meister oder Pokalsieger wurden. Damit könnte in den kommenden Monaten Schluss sein. Die Marktwerte sind mittlerweile deutlich gesunken. Dabei wurde nach einer Staffelung vorgegangen. Spieler, die vor dem Jahr 1998 geboren wurden, werden um 20 Prozent ihres bisherigen Marktwertes abgewertet. Wer nach dem 1. Januar 1998 zur Welt kam, musste eine Abwertung von zehn Prozent hinnehmen. Weltweit kommt das einem Minus von 9,2 Milliarden Euro gleich.

Sancho vor Messi

Vereine, die einen eher alten Kader haben, verlieren relativ viel. Lionel Messi beispielsweise war vor der Unterbrechung des Fußballs 140 Millionen Euro wert. Dortmunds Jadon Sancho 130 Millionen. Durch die neusten Entwicklungen sank Messis Marktwert auf 112 Millionen, der von Sancho auf 117 Millionen. „Die Börsenkurse sind eingebrochen, zahlreichen Vereinen könnte eine Insolvenz drohen und die Transferplanungen sind aufgrund der vielen Unsicherheiten bei den meisten Klubs zum Erliegen gekommen. Es ist aktuell kaum vorstellbar, dass in absehbarer Zeit die Transferpreise weiter so ansteigen wie in den vergangenen Jahren. Zwar dürfte es auch weiterhin Ausreißer nach oben geben, eine jetzige Reaktion auf die Situation ist aus unserer Sicht dennoch nötig.“, weiß Transfermarkt-Gründer Matthias Seidel. Aktuell scheint es möglich, dass die angepassten Werte noch weiter fallen werden. Für die Klubs ist das ein entscheidendes Kriterium bei Transfers in den kommenden Monaten.

United will dennoch groß einkaufen

Sämtliche Experten sind sich sicher: In diesem Jahr werden wir keine großen Transfers erleben. Dass ein Klub 100 Millionen Euro für nur einen Spieler ausgibt, scheint ausgeschlossen. Auch der FC Bayern rückt von Leroy Sane, der weit über 100 Millionen kosten soll, ab. Wenig beeindruckt von den derzeitigen Entwicklungen scheint dagegen Manchester United. Trainer Ole Gunnar Solskjaer kündigte neue Spieler an. „Der Fußball wird irgendwann zur Normalität zurückkehren, und es ist sehr wichtig, dass wir bereit sind, wenn dies geschieht. Wir wollen in allem der Beste sein, und natürlich ist jetzt eine Chance, mehr Zeit zu verbringen, man diskutiert Spieler, diskutiert Pläne. Wir haben ausgewertet, was wir brauchen. Natürlich haben wir uns mit dem Trainerstab Spiele angeschaut, Spiele ausgewertet, über Videoanrufe diskutiert. Wer weiß dann, wie der Markt darauf reagieren wird?“ Eine sehr optimistische Aussagen, denn in Tagen wie diesen ist nicht einmal klar, wann ein normaler Fußball zurückkehrt.

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