Traumjob gefeuerter Fußballtrainer

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Wenn die Kasse weiter klingelt: Gefeuerte Trainer kommen ganz gut über die Runden. Bild: Shutterstock

Nach einem Rausschmiss folgt nicht selten eine kleine Ebbe im Trainerbusiness, anders sieht es da auf dem Konto aus. Wie jetzt bekannt wurde, zahlt der FC Bayern seinem im September gefeierten Ex-Coach Ancelotti noch immer sein volles Gehalt. Der Italiener ist nicht der Einzige, der nach einer Entlassung weiter fürstlich entlohnt wird…

Die Bayern beurlaubten Carlo Ancelotti nach der schmerzlichen 0:4 Niederlage im CL-Gruppenspiel gegen Paris. Der Begriff „beurlaubt“ impliziert aber automatisch auch eine Weiterzahlung des Gehalts, denn aufgelöst worden ist sein Vertrag bis heute nicht. In Ancelottis Fall heißt das: Bei einem Jahresgehalt von 6 Millionen, wie Experten schätzen, kassiert er bis zum 30. Juni 2018 mehr als 16.000 Euro am Tag. Dass der Italiener damit der teuerste, gar nicht mehr aktive Trainer der Liga-Geschichte ist, überrascht niemanden. Doch er ist bei weitem nicht der einzige, der nach einer Entlassung weiterhin finanzielle Vorzüge genießt. Auch Hannover 96 ist gerade noch dabei, einem Ex-Trainer weiterhin sein Gehalt zu zahlen, Monat für Monat. Daniel Stendel, der schon seit fast einem Jahr beurlaubt ist, kassiert ebenfalls noch bis Juni 2018 den vollen Lohn.

Bremen zahlt doppelt

Die Bremer kennen dieses Gehalts-Spielchen auch, sogar in doppelter Ausführung. Sowohl für Viktor Skripnik als auch für Alexander Nouri laufen noch Verträge, die Sportchef Frank Baumann finanziell erfüllen muss. Bei Skripnik ist im Sommer 2018 Schluss, Nouris Vertrag läuft sogar noch ein ganzes Jahr länger. Begeistert ist Baumann von dieser Situation nicht. „Es gehören immer zwei Seiten dazu. Wenn es für beide Seiten gute Gründe gibt, den Vertrag vorzeitig aufzulösen, dann werden wir das machen. Wenn eine Partei sagt: ‚Nö, das passt so‘, wird es weiterlaufen. Es ist nicht schön aus verschiedenen Gründen, aber das macht uns jetzt auch nicht arm.“ Gerade in Situationen, in denen die Trennung nicht zu 100% im Guten verlief, bleibt der Verein also oftmals auf Kosten sitzen. Die Causa Ancelotti zeigt genau das. Die Trennung, ohnehin schon mit einigen Störfaktoren währenddessen als auch danach behaftet, lief nicht ohne Nebenschauplätzen ab, ein Streit um eine Vertragsauflösung oder finanzielle Abfindungen würde in solchen ohnehin schon komplizierten Situationen wohl nur noch mehr Staub aufwirbeln.

Ähnliches Problem beim VfL in Wolfsburg

In Wolfsburg zahlt man noch laufende Verträge für Ex-Verantwortliche auch im Doppelpack. Vor über einem Jahr entließen die Wölfe ihren damaligen Manager Klaus Allofs, dessen Vertrag noch bis Sommer 2019 datiert ist. Stolze drei Millionen Euro jährlich bekam Allofs vom VfL, die Wolfsburger verlieren bei diesem Geschäft folglich mehrere Millionen, obwohl der Protagonist längst von der Bildfläche verschwunden ist. Allofs galt lange Zeit als Favorit für den Posten des Sportdirektors in Köln, bis der FC dann doch lieber Armin Veh verpflichtete. Doch Allofs ist nicht der einzige in Wolfsburg, der trotz Entlassung noch entlohnt wird. Auch Andries Jonker, der im September 2017 beurlaubt wurde, erhält bis Sommer 2018 weiterhin sein Gehalt (500.000 Euro pro Jahr). Ein Missverständnis auf der Trainerbank oder auf einem Posten im Management kann also nicht nur turbulent, sondern auch ganz schön teuer werden.

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