Türkei-Foto: Drohen Gündogan und Can Konsequenzen?

Fußball-News
Das Verhalten der türkischen Nationalelf sorgt auch in Deutschland für Wirbel. Bild: Paimages

Er feierte im Qualifikationsspiel gegen Estland den ersten Doppelpack seiner Länderspielgeschichte: Ilkay Gündogan. Der ehemalige Dortmunder steht jedoch nicht nur auf Grund seiner starken Leistung im Fokus. Zusammen mit seinem Mitspieler Emre Can droht ihm ein Nachspiel bezüglich ihres Verhaltens, das via Social Media in Bezug auf die Nationalelf der Türkei zu vernehmen war.

Am vergangenen Freitag gewann die Türkei in letzter Minute ihr Qualifikationsspiel gegen Albanien. Nach dem goldenen Tor feierte das Team mit einem Salut-Jubel, um ihre Solidarität mit dem türkischen Militär zum Ausdruck zu bringen. Die UEFA kündigte bereits an, den Vorfall genau zu untersuchen. Was haben die beiden deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can mit dieser Aktion zu tun? Der ehemalige Bundesligaspieler Cenk Tusun hatte ein Foto des Jubels auf seinem Instagram-Kanal hochgeladen. Gündogan und Can drückten beide auf „Gefällt mir“. Dieser Vorgang blieb natürlich nicht unentdeckt. Wenig später war der Like allerdings wieder verschwunden. Beide Spieler äußerten sich mittlerweile zum Rummel um ihre Person. „Ich habe den Like zurückgenommen, als ich gesehen habe, dass es politisch gewertet wurde.“ Ausgerechnet Gündogan, der vor eineinhalb Jahren schon einmal am Pranger stand, als er sich mit dem türkischen Staatspräsidenten ablichten ließ.

Ausrede oder Naivität?

„Glauben Sie mir: Nach dem letzten Jahr ist das Letzte, was ich wollte, ein politisches Statement zu setzen. Ich habe den Like bewusst zurückgenommen. Wahr ist, dass ich mich für meinen ehemaligen Teamkollegen aus der DFB-U-21 gefreut habe, dass er das Siegtor gemacht hat.“, so der Mittelfeldspieler weiter. Auch Emre Can möchte nichts von einer politischen Bedeutung gewusst haben. „Es ist krass, was heutzutage für Geschichten geschrieben werden. Ich dachte, ich like ein Foto von einem sehr guten Freund, mit dem ich zeitweise in Manchester zusammengelebt habe und der gerade eine schwierige Zeit bei Everton hat, kaum spielt und jetzt ein Tor schießt, Selbstvertrauen kriegt, seine Mannschaft zum Sieg führt.“ Für Bundestrainer Joachim Löw scheint die Sache keine allzu große Bedeutung zu haben. Er erklärte, seine Spieler seien nachweislich gegen Krieg du Terror jeder Art. Auch Oliver Bierhoff wollte die Aktion in den sozialen Medien nicht überbewerten.

Sankt Pauli reagiert

Trotzdem stellt sich die Frage: Bleibt der DFB so kulant, wenn der Druck von außen zunimmt? Es scheint schwer vorstellbar, dass Can und Gündogan tatsächlich so gar nicht vermuteten, dass eine politische Botschaft hinter dem Foto stecken könnte. Der Wirbel um das Foto der türkischen Nationalelf wird noch eine ganze Weile anhalten. Auch der FC St. Pauli wurde indirekt damit in Verbindung gebracht. Der Hamburger Spieler Cenk Sahin solidarisierte sich nicht nur mit einem Like. Er postete ein Foto, das seine Sympathie für das türkische Militär ausdrückte. Die Kietzkicker suspendierten Sahin daraufhin mit sofortiger Wirkung. „Ohne jegliche Diskussion und ohne jeglichen Zweifel lehnen wir dagegen kriegerische Handlungen ab. Diese und deren Solidarisierung widersprechen grundsätzlich den Werten des Vereins.“ Noch ist keine Entscheidung darüber gefallen, welche Strafe die Türkei zu erwarten hat. Glimpflich davonkommen wird sie womöglich nicht, denn der Fall zieht mittlerweile immens große Kreise.

Kommentare

Hier haben Sie die Möglichkeit den Artikel zu Kommentieren bzw. einen Erfahrungsbericht zum Anbieter zu hinterlassen. Bitte beachten Sie die Netiquette.

Odds correct at time of publishing

© Copyright 2019 Sportwette.net