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Verantwortliche für manipulierte Fußballspiele vor Gericht

Derzeit müssen sich fünf Männer, die Fußballspiele in der ersten dänischen Liga durch Bestechung manipuliert haben sollen, vor der 8. Großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Stuttgart verantworten.

Wie sich jetzt gezeigt hat, gehören weder verkaufte Fußballspiele noch manipulierte Sportwetten lediglich zur Fantasie der Menschen. Fünf Männer im Alter zwischen 38 und 43 Jahren haben anscheinend dafür gesorgt, dass derartige Gruselgeschichten zur Realität wurden und müssen sich seit vergangenem Donnerstag vor der 8. Großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts in Stuttgart verantworten. Dem 40-jährigen Drahtzieher wird vorgeworfen, Profifußballern des FC Vestsjälland in der ersten dänischen Liga Bestechungsgelder gezahlt zu haben, damit der jeweilige Verein zwei Spiele verlor.

Bestechungsversuch auch in der 3. Bundesliga

Insgesamt ergaunerten die Wettbetrüger 170.000 Euro, denn sie setzten in verschiedenen Wettbüros in Deutschland hohe Beträge auf Fußballspiele, deren Ausgang sie bereits im Vorfeld kannten, berichten die Stuttgarter Nachrichten. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft sind die Namen der Fußballspieler, die die Bestechungsgelder akzeptierten und Niederlagen ihrer Vereine herbeiführten, nicht bekannt. Auch die Positionen dieser Fußballspieler innerhalb des Vereins sollen nicht bekannt sein.

Allerdings soll es auch in der 3. Bundesliga zu einem Bestechungsversuch gekommen sein, in diesem Fall jedoch erfolglos. So soll der Interimstrainer vom SG Sonnenhof Großaspach einen Bestechungsversuch abgelehnt haben. Er sollte seine Mannschaft taktisch so einstellen, dass sie als Verlierer vom Platz geht. Die damalige Begegnung zwischen dem SG Sonnenhof Großaspach und dem MSV Duisburg nahm nicht den gewünschten Ausgang, sondern endete mit 1:1-Unentschieden. Da jedoch nicht alle der mutmaßlichen Betrüger wussten, dass mit dem Trainer von Großaspach kein Deal zustande kam, verloren viele dadurch ihre Wetteinsätze. Des Weiteren weigerte sich ein Wettbüro in Bad Cannstatt, einen Gewinn in Höhe von 30.000 Euro auszuzahlen, weil es Betrug vermutete.

Mutmaßliche Täter drohten dem Wettbüro

Nachdem sich der Inhaber des Wettbüros geweigert hatte, die Gewinne auszuzahlen, wurde er von den mutmaßlichen Tätern bedroht. „Wir sind stark und holen unser Geld“, sollen sie nach Aussage der Staatsanwaltschaft gesagt haben, sogar mit Waffengewalt wurde gedroht. Daraufhin alarmierte der Wettbüro-Betreiber aus Bad Cannstatt die Polizei, die die Mitglieder der mutmaßlichen Betrügerbande festnahmen. Das dabei entdeckte, belastende Material wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Die Angeklagten verloren weiter 30.000 Euro, die sie sich aufgrund des Manipulationsverdachts nicht mehr auszahlen lassen konnten.

Die Verhandlung verlief am ersten Prozesstag allerdings eher schleppend, denn die Verteidiger verlasen einen Beweisantrag nach dem anderen und bemängelten unter anderem die fehlerhafte Besetzung der Kammer oder dass ein Nachtragsordner in den Ermittlungsakten fehle. Das Gericht jedoch gab keinem der gestellten Anträge statt. Zwar geht die Verhandlung jetzt am 20. November weiter, allerdings ist der Übergangstrainer von Großaspach bisher in keinem der Listen für die geladenen Zeugen namentlich aufgeführt. Ein Urteil wird sicherlich mit Spannung erwartet, allerdings wird man sich diesbezüglich noch in Geduld fassen müssen.

Autor Mark Weber

 

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