Vereinstreue trotz Abstieg

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Spieler gehen mit ihren Teams in die zweite Liga, das vergessen ihnen die Fans nie. Bild: Shutterstock

Mit dem 1.FC Köln und dem Hamburger SV mussten zwei Traditionsvereine den Gang in die zweite Liga antreten. Für viele Profis ist ein Abstieg gleichbedeutend mit einem Wechsel zu einem höherklassigen Klub. Auf dem Transfermarkt steigen die Preise für Spieler immer mehr. Ein paar Ausnahmen aber bleiben trotz sportlicher Misere bei ihren Vereinen.

Torwartlegende Gianluigi Buffon hat es vor einigen Jahren vorgemacht. Juventus Turin war in einen Manipulationsskandal verwickelt. Der Meistertitel wurde gestrichen und die Italiener mussten in die Serie B absteigen. Obwohl Buffon Champions League und Meisterschaften gewohnt war, blieb er und spielte in der zweiten italienischen Liga weiter. Auch bei den diesjährigen Bundesligaabsteigern aus Köln und Hamburg kann man dieses erfreuliche Phänomen der Vereinstreue beobachten. Beim FC werden Jonas Hector und Timo Horn bleiben, obwohl sie zahlreiche Angebote hatten. Vor allem Jonas Hector hat mit seiner Entscheidung überrascht. Er ist Nationalspieler und scheint sogar für die Weltmeisterschaft gesetzt zu sein. In der zweiten Liga wird er sich nicht mit den besten Spielern des Landes messen. Bundestrainer Joachim Löw wird häufiger in der ersten Liga schauen, was seine Verteidiger machen.

Freunde bei den Fans

Mit der Entscheidung, den eigenen Verein in die zweite Liga zu begleiten, kam großes Lob von den Fans. Hector und Horn wissen: Der Verbleib in Köln wird ihnen sehr hoch angerechnet. Auch in Hamburg setzte ein Spieler ein Zeichen. Lewis Holtby bekannte sich zum HSV und wird auch in der zweiten Liga für die Hanseaten spielen. Auch er hatte viele Angebote von Erstligisten sowie Klubs aus Europa. Spieler werden für über 200 Millionen Euro verkauft und haben oftmals nicht vor, lange zu bleiben. PSG zahlte für Neymar im vergangenen Sommer über 220 Millionen Euro. Nach nur einer einzigen Saison verdichten sich bereits Gerüchte, er könnte zu Real Madrid weiterziehen. Spieler wie Hector, Horn oder Holtby haben mit ihren Entscheidungen eine Art Zeichen gesetzt, dass es nicht alleine das Geld ist, das den Fußball regiert. Auch die Fans der Konkurrenten zollen ihnen dafür viel Respekt.

Identifikation mit Fans und Verein

„Die vergangenen Wochen waren hart, aber wir sind als Mannschaft und mit den Fans zu einer richtigen Einheit zusammengewachsen. Ich habe diesen Verein in den vergangenen vier Jahren mit vollen Emotionen gelebt und werde dies auch in Zukunft weiter tun. Nun wollen wir die neuen Aufgaben mit voller Motivation angehen“, wird Lewis Holtby zitiert. Auch bei Timo Horn und Jonas Hector spielten Emotionen sowie Liebe zu den Fans eine wichtige Rolle. Fußballer, die sich mit ihrem Verein identifizieren, kommen bei den Anhängern gut an. Die Stimmung zwischen der Mannschaft und ihren Fans kann bekanntlich Berge versetzen, wenn das Spielerische einmal nicht mehr reicht. Hamburg und Köln gehen als Topfavoriten in die Zweitligasaison. Die ersten beiden Plätze scheinen schon vor Beginn der Spielzeit vergeben zu sein. Mit ihren Entscheidungen, den Herzensclub in die zweite Liga zu begleiten, haben sich Hector, Horn und Holtby viel Anerkennung verdient. Holt die DFB-Elf in Russland den Titel, würde sogar ein echter Weltmeister in der zweiten Bundesliga spielen.

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