Verwirrung um Friedhelm Funkel

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Beendet Friedhelm Funkel im Sommer sein Engagement bei der Fortuna? Bild: Imago

Fortuna Düsseldorf darf mit der ersten Saisonhälfte hochzufrieden sein. Von den meisten Fußballfans und Experten war die Fortuna als Absteiger Nummer eins gehandelt worden. Nach einer Schwächephase rappelte sich das Team von Friedhelm Funkel aber auf und beendete die Hinrunde auf Platz 14, sieben Punkte von den Abstiegsrängen entfernt.

Die Düsseldorfer standen zwei Mal ganz besonders im Fokus der Aufmerksamkeit. Beim FC Bayern schien man aussichtslos mit 1:3 zurückzuliegen, doch die Fortuna kam in letzter Minute noch zum umjubelten Ausgleich. Zuhause gegen Tabellenführer Dortmund sprangen sogar drei Punkte heraus, man gewann mit 2:1. Nach vielen unruhigen Jahren schien im Rheinland Ruhe eingekehrt zu sein. Dafür verantwortlich: Trainer Friedhelm Funkel. Spieler und Fans halten größte Stücke auf ihren Coach. Im Sommer dieses Jahres endet der Vertrag von Funkel. Im Trainingslager in Spanien wurde nun über die Zukunft auf der Trainerbank gesprochen. Die Aussagen überraschten alle. Der 65-jährige Funkel ist seit fast drei Jahren Trainer der Fortuna. Im Winter 2019 wollte er seinen Vertrag verlängern. Der Coach wollte Klarheit über seine Zukunft, die Bosse aber wollten mit einer Entscheidung noch warten. Die Vorstellungen von Funkel und der Chefetage klafften auseinander.

Tränen bei Funkel

Funkel hatte angeboten, einen Vertrag zu unterzeichnen, der nur Gültigkeit für die erste Liga besitzt. Die Führungsetage um Schäfer und Pfannenstiel war damit nicht einverstanden. Auf Grund dieser Diskrepanz gab der Klub eine Pressemitteilung heraus. „Das Angebot von Fortuna Düsseldorf, konkrete Vertragsgespräche dann aufzunehmen, wenn absehbar ist, in welche Richtung sich die Spiele der Rückrunde entwickeln, lehnte Friedhelm Funkel ab. Damit wird sein Engagement bei Fortuna Düsseldorf am 30. Juni 2019 enden“. Funkel reagierte auf diese Entscheidung ungewohnt emotional. „Das ist meine letzte Trainerstation, weil ich niemals wieder eine Mannschaft finde, die charakterlich so stark ist“, berichtete er unter Tränen. Eine Verlängerung schien daran zu scheitern, dass Friedhelm Funkel auf eine Entscheidung vor dem Rückrundenstart zu bestehen schien. „Wir respektieren Friedhelms Entscheidung und bedauern es sehr, dass wir keine Einigung erzielen konnten“, so Schäfer. Nach der Meldung schlug Funkel viel Sympathie aus allen Fanlagern entgegen. Keiner konnte verstehen, wieso der Aufstiegstrainer vor die Tür gesetzt werden sollte.

Rolle rückwärts

Nach viel Unverständnis ruderte die Fortuna wenige Stunden nach ihrer Entscheidung plötzlich wieder zurück. Sie möchte plötzlich doch mit ihrem Trainer verlängern. „Ich bin nicht nachtragend und will meine Verhandlungsposition auch nicht ausnutzen. Mit so einer überregionalen Sympathiewelle hatte ich jedenfalls nicht gerechnet“, sagte Funkel vor dem Abflug aus dem Trainingslager zurück in die Heimat. Die Düsseldorfer bestätigten, dass die Vertragsgespräche wieder aufgenommen werden. Schäfer und Funkel werden wie folgt zitiert: „Wir haben uns gestern Abend noch einmal zusammengesetzt, um in Ruhe über alles zu reden, dabei ist uns bewusst geworden, dass zwei Dickköpfe zu sehr auf ihren Positionen beharrt haben. Das war ein Fehler. Im Interesse von Fortuna Düsseldorf werden wir gemeinsam diesen Fehler korrigieren“. Es scheint, als hätten sich alle Verantwortlichen vorschnell zu einer öffentlichen Entscheidung haben hinreißen lassen. Hält die Fortuna die Klasse, ist es höchst unwahrscheinlich, dass man ohne Funkel in die neue Bundesligasaison gehen wird.

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