Was passiert mit Clemens Tönnies?

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Nach rassistischen Äußerungen scheint Tönnies keine Zukunft mehr auf Schalke zu haben. Bild: Paimages

Nach einer schwachen Saison 2018/19 sollte beim FC Schalke 04 alles anders werden. Nun stehen die Knappen bereit vor Saisonbeginn erneut im Fokus. Diesmal allerdings nicht sportlich, sondern vielmehr in Person von Clemens
Tönnies. Der Aufsichtsratschef befindet sich nach seinen rassistischen Äußerungen wohl kurz vor dem Aus in Gelsenkirchen!

Wenige Tage vor Schalkes Start in die Saison 2019/20 fiel Tönnies äußerst negativ auf. Beim Tag des Handwerks in Paderborn wurde er zum Klimawandel befragt. Statt die Steuern zu erhöhen, um den Klimawandel zu stoppen, empfahl, er lieber 20 Kraftwerke pro Jahr in Afrika zu finanzierend. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen. Und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“ Nach diesen Aussagen brach eine Welle der Empörung über den Schalke-Boss herein. Politik, Wirtschaft und Sport kritisierte Tönnies für seine Worte. Er entschuldigte sich zwar direkt im Anschluss, trotzdem haben seine Worte Eindruck hinterlassen. „Ich möchte meine Aussage zum Thema Auswirkungen beim Klimawandel richtigstellen. Ich stehe als Unternehmer für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein. Meine Aussage zum Kinderreichtum in afrikanischen Ländern tun mir leid. Das war im Inhalt und Form unangebracht“, so Tönnies.

Asamoah und Sarpei geschockt

Wut schlug Tönnies auch aus den eigenen Reihen entgegen. Die beiden Schalker Vereinslegenden Hans Sarpei und Gerald Asamoah griffen ihren ehemaligen Boss verbal an. „Die Aussagen von Clemens Tönnies zeigen ein Weltbild, dass an die Kolonialzeit erinnert“, so Sarpei, der noch immer Mitglied bei S04 ist. „Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt. Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen. Ich bin ehrlich gesagt etwas sprachlos. Ich arbeite schon lange mit Clemens Tönnies zusammen und wir sind auch schon lange eng befreundet. Mir gegenüber hat er sich nie rassistisch verhalten“, zeigte sich auch Asamoah entrüstet. Neben den beiden ehemaligen Spielern der Königsblauen zeigt sich auch die restliche Fußballwelt schockiert. Genügen die entschuldigenden Worte von Tönnies oder sind seine Tage im Profifußball bereits gezählt? Die Fans der Schalker sollen längst nicht mehr geschlossen hinter ihm stehen.

Entscheidung durch Ehrenrat

Das fünfköpfige Vereinsgremium besteht aus drei Juristen, einem Steuerberater und einem evangelischen Pfarrer. Diese kleine Gruppierung könnte Tönnies von seinem Amt befreien. Asamoah, der die U23 der Schalker betreut, fordert Konsequenzen. „Das können wir nicht dulden. Nichtsdestotrotz werden wir uns zeitnah zusammensetzen. So etwas darf nicht passieren. Es ist traurig, dass wir 2019 immer noch über so etwas sprechen müssen.“ Auch Ligapräsident Rainhard Rauball scheint der Meinung zu sein, Schalke solle Tönnies nicht weiter beschäftigen. „Ich war sehr überrascht, dass ihm das so passiert ist. Das kann man nicht durchgehen lassen, kommentarlos.“ Viele Schalker Fans drohen aktuell mit ihrem Austritt aus dem Klub, sollte man Tönnies nicht vor die Tür setzen. Am morgigen Dienstag wird der Ehrenrat eine Entscheidung über die Zukunft des 63-Jährigen treffen. Die Mehrheit von Anhängern und Prominenz rechnet damit, dass sich die Schalker nach einem neuen Chef des Aufsichtsrats umsehen müssen.

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