Wie geht die Bundesliga mit der Corona-Krise um?

Von Michael Schnellmann am

Die Corona-Krise hat die Bundesliga mit voller Wucht erreicht. Während es vor zwei Wochen noch volle Stadien gab, steht mittlerweile in den Sternen, wann es mit der Liga überhaupt weitergehen soll. Viele Vereine stehen vor der schwierigen Frage: Wie kann ich mir eine lange Unterbrechung oder gar einen Stopp überhaupt leisten?

Am gestrigen Montag trafen sich die Vertreter der 1. und 2. Bundesliga mit der DFL und beratschlagten über den weiteren Verlauf der Saison. Eine wirkliche Lösung jedoch wurde nicht präsentiert, nur das Denken von Tag zu Tag ist möglich. Alle Vereine stehen aktuell vor einer schwierigen Aufgabe. Auch, wenn die Gesundheit oberste Priorität genießt, müssen sich die Klubs um ihre wirtschaftliche Lage sorgen. So sprechen viele Vereine von einer hohen finanziellen Belastung. Auch Hertha BSC bleibt davor nicht verschont. Angesprochen auf das Derby gegen Union Berlin äußerte Geschäftsführer Michael Preetz arge Bedenken. „Natürlich wird uns das so hart treffen wie kein vergleichbares Spiel in der Saison. Das ist ein Einnahmeverlust, der auf jeden Fall im siebenstelligen Bereich liegt. Das zweite Thema ist der Wegfall der TV-Gelder. Das würde die Vereine noch viel größer treffen.“. Damit spricht er aus, was viele denken: Mit Geisterspielen wären zumindest TV-Gelder gesichert.

Hopp wüscht sich Solidarität

Derzeit allerdings befinden sich die Berliner ohnehin unter Quarantäne, da ein Spieler positiv auf das Virus getestet wurde. Schon vor wenigen Tagen hatte sich Hans-Joachim Watzke wenig solidarisch geäußert. Er lehnte Hilfe für finanzschwache Klubs ab. Dietmar Hopp, Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim dagegen, wünscht sich mehr Zusammenhalt unter den Bundesligisten. „Die aktuelle Corona-Krise ist für Gesellschaft und Wirtschaft eine noch nie dagewesene Herausforderung und damit auch für die Ansammlung der überwiegend mittelständischen Profiklubs. Die Fußballindustrie zeichnet als Arbeitgeber für rund 56.000 direkt und indirekt Beschäftigte verantwortlich. Ganz plakativ gesprochen, es geht schlichtweg für viele Klubs um ihre nackte Existenz. Der Starke hilft dem Schwachen. Ich würde mir wünschen, dass dieser sehr naheliegende Solidaritätsgedanke bei allen Protagonisten der Bundesliga Konsens ist. Da gilt es nun, gemeinsam zu guten Lösungen zu kommen. Es schlägt die Stunde der Solidarität.“, so Hopp. Wird der auch Watzke folgen?

Auch Düsseldorf kritisiert Watzke

Der BVB gehört zu den Vereinen, die sich weniger finanzielle Gedanken machen müssen. Den Großteil der Liga allerdings trifft es hart, so beispielsweise auch Fortuna Düsseldorf. Deren Vorstandschef Thomas Röttgermann zeigte sich schockiert ob der kalten Äußerungen seines Dortmunder Kollegen. „Ich weiß nicht, was ihn dazu getrieben hat, das zu sagen. Ich halte das für absolut unsolidarisch. Das war weder der richtige Zeitpunkt noch der richtige Inhalt. Wir NRW-Klubs werden uns ja ohnehin zusammenschalten, um mit der Politik zu sprechen, dann habe ich die Gelegenheit, ihn darauf anzusprechen.“ Auch Werder Bremen ließ am heutigen Dienstag verlauten: Das Geld, das durch die Corona-Krise verloren geht, hätte man in den letzten Jahren auch nicht sparsam zurücklegen können. Für die meisten Profiklubs des Landes werden die kommenden Monate zu einer finanziellen Zerreißprobe. Ob sich die Großen der Liga am Ende solidarisch zeigen? Bei den Dortmundern darf man nach Watzkes Aussagen gespannt sein.

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