Wieder Ärger um (Video)- Schiedsrichterleistungen

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Tor oder nicht Tor? Der Einsatz des Video-Assistenten sorgt weiterhin für Zoff. Bild: Shutterstock

Sowohl in der Bundesliga als auch im Halbfinale des DFB-Pokals gab es wieder einmal Aufregung um Schiedsrichterentscheidungen. In Mainz wurde vergangenen Spieltag ein Elfmeter gepfiffen, obwohl längst Halbzeit war. Auf Schalke im Pokal wurde ein klares Tor aberkannt, weil der Videobeweis nicht mehr gezogen werden konnte.

Nach dem DFB-Pokalhalbfinale Schalke gegen Frankfurt fühlten sich die Knappen um den Finaleinzug betrogen. In der Nachspielzeit schoss Franco di Santo den Ausgleichstreffer, der Weg in die Verlängerung war frei. Doch Schiri Robert Hartmann, der unmittelbar neben di Santo stand, pfiff ab, bevor der Ball im Tor war. Hartmann hatte ein Handspiel bei der Annahme gesehen und lag damit vollkommen falsch. Di Santo hatte die Kugel regelkonform mit der Brust bzw. der Schulter mitgenommen. Alle warteten auf den Videobeweis, doch der kam nicht. Hartmann hatte die Situation bewertet, ehe der Ball die Linie überquerte, somit durfte aus Köln niemand mehr eingreifen. Wenige Minuten zuvor griff er nach einer gelben Karte ein. Gelson Fernandes, erst 33 Sekunden im Spiel, bekam nach dem Kölner Veto nachträglich Rot, eine sehr harte und eher unverständliche Entscheidung. Frankfurt siegte am Ende mit 1:0 und Schalke blieb nur das Hadern ob der sehr unglücklichen und falschen Entscheidung.

Kuriosum in Mainz

Noch verwirrender war eine Entscheidung im Montagsspiel des 30. Spieltags. Freiburg war im Kellerduell in Mainz zu Gast. Kurz vor der Halbzeit forderten die Mainzer Elfmeter, doch Schiedsrichter Guido Winkmann gab den Strafstoß nicht und pfiff zur Halbzeit. Während die Mainzer noch das Foul monierten, verschwanden die Freiburger logischerweise in der Kabine. Plötzlich, die Spieler befanden sich in den Katakomben, passierte das Unmögliche: Winkmann entschied auf Strafstoß und holte die Spieler von Christian Streich aus der Kabine zurück aufs Spielfeld. Video-Assistentin Bibiana Steinhaus hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, dass eine strafbare Aktion vorlag. Damit hatte sie zwar Recht, doch dennoch hagelt es Kritik am DFB. Der SC wird keine Berufung einlegen, sondern sich voll und ganz auf den Abstiegskampf konzentrieren. Trotzdem wird weiter geprüft, ob wirklich alles regelkonform war.

Angst vor weiteren Fehlentscheidungen, auch bei der WM

„Die Fernsehbilder sind hiermit nicht in Einklang zu bringen. Die Bilder verdeutlichen vielmehr, dass Herr Winkmann die Intervention erst wahrgenommen hat, nachdem er das Spielfeld verlassen hat“, so die Stellungnahme des SC Freiburg. Der DFB könnte den Dialog zwischen Winkmann und Steinhaus öffentlich machen, um zu beweisen, dass Winkmann zum Zeitpunkt des Vetos definitiv noch auf dem Feld stand. Das aber lehnte der DFB ab, die Glaubwürdigkeit erhöht das nicht. Auch bei der WM in Russland wird der Videoassistent zum Einsatz kommen. Zwar freut sich die Mehrheit über die Chance der Gerechtigkeit, die Anwendung aber bereitet vielen Bauchschmerzen. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin äußerte sich besorgt ob des Vorfalls in Mainz. „Ich habe lustige Szenen in Deutschland gesehen. Ich habe Angst um die WM, weil wir Schiedsrichter haben, die nie mit dem Video-Beweis direkt gearbeitet haben“. Es heißt, dass die strittigen Entscheidungen in Russland auf der Leinwand im Stadion gezeigt werden. Damit werden die Diskussionen um richtige oder falsche Einschätzungen allerdings nur noch mehr aufkommen.

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