Wieso verliert die Bundesliga so viele Fans?

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Viele Plätze bleiben in den deutschen Stadien mittlerweile leer. Bild: Shutterstock

Offiziell jagt ein Stadionrekord den nächsten, wenn die letzten Spielzeiten der Bundesliga betrachtet werden. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Viele Tickets werden nicht genutzt, es herrscht Unzufriedenheit bei den Fans. Ticketpreise, Zerstückelung des Spieltages, Anstoßzeiten, Streiks der Profis und die fehlende Spannung führen dazu, dass die Liga unattraktiver daherkommt.

„Die beste Liga der Welt“, dieser Meinung waren viele im Jahr 2014. Deutschland kehrte als Weltmeister aus Brasilien zurück und die Experten waren sich sicher: Die Weltmeisterliga wird nun noch stärker. 2013 begann alles mit dem deutschen Champions-League-Finale, als Bayern und Dortmund den Sieger unter sich ausmachten. Der WM-Titel ein Jahr später verstärkte das Ansehen der Bundesliga nochmals. Ausverkaufte Stadien, grandiose Stimmung, in der UEFA-Wertung war man plötzlich auf Platz zwei hinter Spanien. Die Erfolge in der Champions League sowie der Weltmeisterschaft liegen mittlerweile vier bzw. fünf Jahre zurück. Wie sehen die Zuschauerzahlen aus? Offiziell boomt die Liga noch immer, betrachtet man ausschließlich die Kartenverkäufe. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Immer mehr Plätze in den Stadien bleiben leer, die Unzufriedenheit der Fans wächst. Woran liegt es, dass sich das Blatt plötzlich wendet?

Fehlende Spannung und zerstückelte Spieltage

Es gibt eine Reihe von Gründen, weshalb die Fans mit weniger Begeisterung dabei sind. Für viele besteht in der Bundesliga keine Spannung mehr. Bayern steht bereits vor der Saison als Meister fest, der Rest spielt nur noch um die Plätze zwei bis 18. Die scheinbar fehlende Motivation der Mannschaften spiegelt sich auch in den europäischen Wettbewerben wieder. Mit den Bayern stand nur ein Team im Achtelfinale der Champions League. Dortmund schied mit nur zwei Punkten in der Gruppenphase aus, ebenso blieb Leipzig nur die Europa League. Beide Teams kamen gerade so ins Achtelfinale. Hertha, Hoffenheim und Köln, in der Europa-League-Gruppenphase dabei, kamen nicht einmal in die Zwischenrunde. Der Leistungsabfall ist für viele ein Grund, nicht mehr ins Stadion zu gehen. Dass die Bundesliga mittlerweile Sonntagmittag und sogar montags stattfindet, entrüstet die Anhänger ebenfalls. Fehlende Motivation und geänderte Spielzeiten scheinen ein Hauptgrund für das Schwinden der Attraktivität zu sein.

Videoschiri und streikende Profis

Auch das oftmals schwer nachvollziehbare Eingreifen des Video-Schiedsrichters verstimmt viele Fans. Kein Spielfluss, keine Emotionen. Bei jedem Tor zittern, ob der Treffer vielleicht nicht doch irregulär gewesen ist. Obwohl die DFL bereits daran arbeitet, den Videobeweis zu verbessern, bekommt er von den Fans nur wenig Zuspruch. Vorfälle wie in Dortmund, als mit Aubameyang und Dembele zwei Spieler so lange streikten, bis sie den Klub verlassen durften, stößt auch vielen Anhängern sauer auf. Robert Lewandowski könnte der nächste sein, der trotz laufendem Vertrag unbedingt wechseln will. Dazu kommt, dass die Rechte für die Übertragungen immer mehr gesplittet werden. Der Fan, der nicht ins Stadion möchte, sieht mit seinem Sky-Abo längst nicht mehr alles, was in der Bundesliga los ist. In der UEFA-Wertung schicken sich Italien und England an, die Bundesliga in Kürze wieder zu überholen, was einen Startplatz für die Champions League kosten wird. Wie die Bundesliga wieder zu alter Stärke zurückfinden möchte, man darf gespannt sein.

Unser Autor: Michael Schnellmann

Autor Michael Schnellmann

Champions League oder Nationalmannschaft? Hauptsache Fußball! Wo das runde Leder rollt, spielt bei mir keine Rolle. Als Autor für unsere Wett-Tipps bin ich auf allen europäischen Plätzen und in allen wichtigen Wettbewerben zu Hause. Das bedeutet: Jede einzelne Wett-Empfehlung beinhaltet alle wichtigen Infos und relevante Daten, um daraus die besten Tipps und ihre Wettquoten abzuleiten. Ich selbst nutze meine Analysen natürlich auch privat. Mein Wettschein dankt es mir.

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