WM in Katar: Zeuge belastet Exekutivmitglieder der FIFA schwer

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Wurde die WM 2022 in Katar gekauft? Bild: Shutterstock

Schon von Anfang an sorgte die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an das Land Katar für große Diskussionen. Immerhin müssen zahlreiche Stadien neu gebaut werden, wofür laut verschiedenen Medienberichten nicht immer ganz legal auf Arbeitskraft zurückgegriffen wird. Darüber hinaus gab es auch immer wieder Gerüchte, Katar habe finanzielle mächtig bei der FIFA nachgeholfen, um die Vergabe in die Wüste zu sichern – und genau das scheint sich jetzt zu bestätigen.

Erstmals kommt Bewegung in die Ermittlungen rund um die WM-Vergabe nach Katar im Kahr 2022. Nachdem sich die zuständigen Ermittler wohl lange Zeit gegen eine „Mauer des Schweigens“ wären mussten, hat in New York nun ein erster Zeuge ausgepackt. Und zwar unter Eid. So erklärte der Argentinier Alejandro Burzaco, dass drei Mitglieder des Exekutivkomitees mindestens eine Million US-Dollar für die Stimmvergabe an Katar kassiert hätten. Damit belässt es der Argentinier aber noch nicht, denn auf konkrete Namen werden vor dem Gericht in den Vereinigten Staaten genannt. Ins Gespräch bringt Burzaco den damaligen brasilianischen Fußball-Boss Ricardo Teixeira, den Ex-Fifa-Vize Julio Grondona (verstorben) und den ehemaligen Comnebol-Boss Nicolas Leoz – zumindest für Letzteren verlangen die USA eine Auslieferung von Paraguay.

Exekutivmitglieder offenbar unter Druck gesetzt

Burzaco erklärte gegenüber dem Gericht in den USA, dass es bei der damaligen Abstimmung in Zürich im Jahre 2010 zu einigen fragwürdigen Vorkommnissen gekommen sei. So habe der ehemalige Comnebol-Boss Leoz wohl zunächst für Japan und anschließend für Südkorea gestimmt. Erst, nachdem ihn die anderen beiden Exekutivmitglieder unter Druck gesetzt hätten, sei Leoz im nächsten Abstimmungsgang auf die Seite von Katar gewechselt. Die Wüsten-Nation konnte sich damals im letzten Wahldurchgang mit 14:8 Stimmen gegen die USA durchsetzen. Damit aber nicht genug, denn laut Burzaco habe es anschließend noch einige weitere Diskussionen gegeben – offenbar fühlte sich Grondona ausgetrickst und wollte von Teixeira für seine Katar-Stimme noch rund eine halbe Million Dollar haben. Von Katar wiederum verlangte Grondona laut Burzaco im Anschluss satte 80 Millionen Euro für seine Stimme.

Argentinischer Regierungsvertreter begeht Selbstmord

Alejandro Burzaco war für die Ermittler im Korruptionsskandal lange Zeit selber eine interessante Persönlichkeit, ehe er seine Schlüsselrolle zugab und fortan mit den Ermittlern zusammenarbeitet. Neben den genannten Personen belastete Burzaco in New York noch weitere Funktionäre, wie Maria Marin, Juan Angel Napout oder Manuel Burga. Auch den argentinischen Regierungsvertreter Jorge Delhorn wurde von Burzaco beschuldigt. Äußern wird er sich zu diesem Prozess jedoch nicht mehr, denn laut Polizeiberichten begann Delhorn Mitte der letzten Woche Selbstmord. Interessant auch: Burzaco sagte aus, dass er über mehr als zehn Jahre hinweg Bestechungsgelder für Übertragungsrechte an Funktionäre gezahlt hat. Bezahlt wurde dabei unter anderem mit Säcken voller Bargeld oder Briefen mit Banknoten.

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