Ze Roberto sagt Servus

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Da trauern nicht nur die weiblichen Fans: Ze Roberto macht Feierabend. Bild: Shutterstock

Als Ze Roberto vor 23 Jahren im Alter von 20 seine Karriere begann, dachte er wohl nicht daran, dass seine Mitspieler bei seinem Abschiedsspiel seine Kinder hätten sein können. 43 Lebensjahre, 1.075 Pflichtspiele und ganze 23 Jahre Profikarriere, das ist die stolze Bilanz des Brasilianers, der auch in Deutschland einer der besten Ligaspieler war.

Schon früh kam Ze Roberto nach Deutschland. Nachdem er 1994 seine Karriere in Sao Paolo begonnen hatte, wurde Real Madrid auf den Techniker aufmerksam und verpflichtete ihn im Winter 1997, verlieh ihn aber innerhalb Brasilien direkt weiter. Zur Saison 1998/99 bekundete Bayer Leverkusen Interesse an Ze Roberto und überwies 7 Millionen Euro nach Madrid. Bei der Werkself schlug der Brasilianer auf Anhieb ein. Vor allem seine letzte Saison weckte Begehrlichkeiten, als er in 30 Spielen 4 Tore erzielte und satte 17 Treffer vorbereitete. Für 9,5 Millionen Euro Ablöse ging es für den Mittelfeldspieler an die Isar, wo er das weitermachte, was er am besten kann: Tore vorbereiten. Gleich im 1. Jahr beim Rekordmeister gelangen ihm starke 12 Saisonvorlagen. Auch, wenn er in München nicht immer zum absoluten Stammpersonal zählte, war Ze Roberto stets Publikumsliebling und zeigte super Leistungen im Trikot des FCB. 4-Mal hatte er großen Anteil am Gewinn des Doubles.

Ze Roberto zählt zu den Comebackern des Rekordmeisters

Wie hatten die Bayernbosse einst gesagt? Wer einmal beim FC Bayern war, der darf immer wieder kommen. Diese „Ehre“ wurde auch Ze Roberto zuteilt, der nach seinem vierjährigen Vertrag zunächst für ein Jahr in Brasilien unterwegs war. Von 2007 bis 2009 trug er schließlich zum 2. Mal das Bayerntrikot und spielte sich auf Leihbasis wie schon in seiner 1. Amtszeit in die Herzen der Fans. 2009 war das Kapitel FC Bayern dann endgültig beendet und Ze Roberto entschied sich dazu, 2 Jahre in Hamburg zu spielen. Mit 7 Toren und 16 Vorlagen in 54 Spielen stellte er auch im Norden seine Klasse unter Beweis. Mit 37 Jahren war dann Schluss mit der Karriere in den europäischen Top-Ligen, der Brasilianer ging nach einem Abstecher in Katar zurück in seine brasilianische Heimat.

Ein schwerer Schicksalsschlag kreuzt sein letztes Karrierejahr

Sein letztes Spiel fand zu einem für Brasilien, als auch für Ze Roberto selbst, traurigen Tag statt. Genau ein Jahr nach dem schrecklichen Flugzeugabsturz von Chapecoense, wo fast der komplette Kader ums Leben kam, verabschiedete er sich von den Fans. Ze Roberto verlor bei dem Absturz mit Matheus Biteco einen guten Freund, gegen den er am Vortag noch gespielt hatte. An jenem Spieltag, an dem sich sein Traditionsklub Palmeiras aus São Paulo erstmals seit 22 Jahren wieder einmal den brasilianischen Meistertitel sicherte. Zur Meisterfeier fehlte Ze Roberto, der währenddessen die Beerdigung seines Freundes besuchte. Dieser Tod, so sagte er später, hatte ihn umdenken lassen. Statt seine Karriere nach dem großen Triumpf zu beenden, wollte er weitermachen, solange sein Körper es zulässt, um jeden Lebensmoment zu genießen. Nach einigen Verletzungen entschied er sich jetzt, mit stolzen 43 Jahren und einem unfassbaren Körperfettanteil von 6%, seine Laufbahn zu beenden, in der er immer eines war: Ein Vorbild. Auf und neben dem Platz.

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