1. FC Köln verbannt „Sänger“ aus dem VfB Spiel

Aktualisiert Nov 2018

Die Redaktion
Von Die Redaktion
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Bei der unglücklichen Niederlage der Kölner gegen den VfB Stuttgart am 25. Spieltag geriet das 2:3 ein wenig in den Hintergrund, als einige Kölner Fans negativ auffielen. Aus dem Block der Ultras musste sich VfB-Keeper Ron-Robert Zieler üble Beleidigungen anhören. Der FC griff gegen jetzt durch und traf Sanktionen.

Die Schmähgesänge waren für jeden TV-Zuschauer zu hören. In der 2. Halbzeit wurden die Beleidigungen gegen den Stuttgarter Torhüter dann so schlimm, dass sie ihn mit Robert Enke verglichen. So wurde unter anderem „Zieler, mach’s wie Enke“ per Megaphon durch das Stadion gerufen. Der ehemalige Nationaltorhüter, der sich im November 2009 wegen Depressionen das Leben nahm, wurde von scheinbar zwei Männern pietätslos als Grundlage für die üblen Schmährufe genommen. Da die Worte für alle deutlich hörbar waren, leitete der FC direkt nach der Partie die ersten Ermittlungen ein. Schließlich konnten zwei Männer ermittelt werden, die beide der Kölner Fangruppierung „Wilde Horde“ angehören. Dennis M. konnten die Beleidigungen und Anfeindungen nachgewiesen werden. Neben der Aufforderung, es Robert Enke gleich zu tun, konnten die Mikrofone auch „Deine Mutter soll sterben“ oder „Deine Mutter ist mit Enke verwandt“ aufzeichnen.

Dennis M. ist Wiederholungstäter

Der 1. FC Köln hat ein hartes Urteil gegen den Vorsänger getroffen. Zwei Jahre lang ist es ihm untersagt, ein Spiel in einem Stadion zu besuchen. Dieses Verbot gilt für die drei Profi- sowie die Regionalligen. Zu Beginn der Woche mussten sich beide Hetzer vor der siebenköpfigen Stadionverbots-Komission des FC rechtfertigen. Beide haben sich entschuldigt, doch im Fall vom Hauptschuldigen Dennis M. wirkt das wenig glaubhaft. Nur wenige Wochen vor seinem Skandalauftritt in Köln durfte er nach längerer Sperre überhaupt erstmals wieder ein Fußballstadion besuchen. Ob es bei der Strafe bleibt, ist ungewiss. Wird der DFB den 1. FC Köln mit einer Geldstrafe belegen, hat der Klub bereits angekündigt, diese auf Dennis M. zu übertragen. Ein weiterer Angeklagter, ein Mitglied der Fangruppierung „Boyz“, kam mit einer Ermahnung davon. Ihm konnte man trotz umfassender Prüfung keine ähnlichen Beleidigungen nachweisen, sodass er weiterhin auf dem Zaun sitzen darf.

Bestürzung über den Vorfall

Die Vorfälle in Köln sorgten ligaweit für Entsetzen. Der Verein hat sich direkt nach dem Spiel bei Ron-Robert Zieler als auch der Familie von Robert Enke für die schlimmen Rufe entschuldigt. Auch Klubikone Lukas Podolski, der zu den Ultra-Gruppierungen stets eine gute Beziehung hatte, zeigte sich geschockt von den Worten der Vorsänger. „Mit Beleidigungen müssen wir Profi-Fußballer leben. Aber das, was in Köln passiert ist, mit den Sprüchen auch in Sachen Enke, geht überhaupt nicht. Das ist nicht zu dulden und auch nicht tragbar“. Zieler gab nach der Partie übrigens an, dass er die Worte gut hörbar verstehen konnte. Gut möglich, dass der Kontrollausschuss des DFB in dieser Angelegenheit nachträglich eine Strafe gegen den Verein aussprechen wird. Den Geldbetrag, so hofft der FC, wird man dann dem Hauptschuldigen Dennis M. in Rechnung stellen können. Nachdem dieser oftmals auffällig geworden ist, lässt auch das jetzige Stadionverbot nicht darauf schließen, dass sich Besserung einstellen möge.

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