Kramers Gesichtsverletzung – und täglich grüßt das Murmeltier

Fußball Nachrichten

Aktualisiert Dez 2017

Die Redaktion
Von Die Redaktion
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„Schiri, ist das das WM-Finale?“ Mit diesem Satz wurde Gladbachs Christoph Kramer wohl berühmter, als mit seinem 20-minütigen Einsatz im Endspiel. Dass dies nur der Anfang einer seitdem ständig wiederkehrenden Gesichtsverletzung ist, mochte er damals noch nicht ahnen. Er wäre nicht der erste Profi, der sich für das Tragen eines Helmes entscheiden würde.

Den Sieg gegen den FC Bayern hat Christoph Kramer am Samstagabend teuer bezahlt. Bei einem Zweikampf war es der eigenen Mitspieler Jannik Vestergaard, der ihm erneut eine schwere Verletzung im Gesichts- bzw. Kopfbereich zufügte. Nach nur 9 Minuten traf der Däne ihn so schwer im Gesicht, dass es von der Trage direkt ins Krankenhaus ging. Kramer hatte diesmal aber Glück im Unglück. Zwar erlitt er eine Schädelprellung, konnte nach dem Krankenhausaufenthalt aber schon wieder mit der Mannschaft den 2-1 Sieg über den Rekordmeister feiern. Neben Kramer erwischte es in der Partie auch Tony Jantschke und James Rodriguez, die sich ebenfalls Kopfverletzungen zuzogen. Jantschke erlitt wie Kramer eine Schädelprellung, bei James wurde eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Rodriguez wusste zur Halbzeit nicht einmal mehr den Spielstand und zeigte damit die gleichen Auffälligkeiten, wie Kramer bei der WM.

Kramer, Kramer, immer wieder Kramer

Für Kramer ist die gegen Bayern erlittene Schädelprellung bereits die 3. Gesichtsverletzung dieser Saison, und das nach gerade einmal 13 Spieltagen. Gegen Leipzig traf ihn Naby Keita mit einem Tritt an der Lippe und fügte ihm eine tiefe Risswunde zu. Kramer spielte trotz minutenlanger Behandlungspause weiter, Keita dagegen flog mit Rot vom Platz. Die anschließende Sperre über 3 Spieltage belegt, dass das Foul als besonders gravierend geahndet wurde. Nur 3 Tage nach der blutigen Lippe ging es weiter für Kramer: Im Spiel gegen den VfB Stuttgart stieß er mit Anastasios Donis zusammen und wurde blutend ausgewechselt. Eine Platzwunde am Kopf und zusätzliches Nasenbluten ließen Kramer diesmal K.O. gehen. Die Diagnose: Schädelprellung und ein Riss der Nasenwurzel, der noch in der Kabine genäht werden musste. Nun also wieder Kramer, der nach einem Treffer im Gesicht nicht weiterspielen konnte.

Hecking plädiert für Kopfschutz

Für Kramers Coach plädiert nach dem jüngsten Vorfall für einen Kopfschutz. Ähnlich dem, wie ihn Petr Cech vom FC Arsenal seit Jahren trägt. Nicht nur der ehemalige Welttorhüter vertraut auf seinen Kopfschutz, auch Inter Mailands ehemaliger Mittelfeld-Star Cristian Chivu entschied sich nach einer schweren Kopfverletzung, nur noch mit Helm aufzulaufen. 2010 erlitt Chivu bei einem Zusammenprall eine schwere Schädelfraktur und musste unmittelbar nach seiner Auswechslung sofort notoperiert werden. Seit seinem Comeback 2 Monate später absolvierte der Rumäne alle Spiele nur noch mit seinem speziell für ihn angefertigten Helm. Nach Kramers Verletzungspech bringt Hecking diese Alternative jetzt auch für die Bundesligaprofis ins Spiel. Prüfen müsse man jedoch erst, ob sichergestellt werden kann, dass das Tragen der Helme die Spieler in keinster Weise beeinträchtigen würden. Nicht nur Christoph Kramer, auch Christian Gentner ist ein prominentes Beispiel dafür, weshalb solch ein Helm seine Daseinsberechtigung hätte. Gentner pausierte 2 Monate, nachdem er durch ein unbeherrschtes Rauslaufen Koen Casteels bewusstlos mit mehreren Gesichtsbrüchen auf dem Rasen lag. Man darf gespannt sein, ob Kramer langsam die Nase voll hat und sich tatsächlich nach Helmen umsieht.

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