Lewandowski tritt gegen Ancelotti nach

Fußball Spielbericht

Aktualisiert Dez 2017

Die Redaktion
Von Die Redaktion
Redakteur

Carlo Ancelotti fliegen nach seiner Entlassung bei den Bayern nach wie vor mächtige Vorwürfe um die Ohren. Das Training soll selten und wenig anspruchsvoll gewesen sein, das Klima in der Mannschaft war angespannt und nun also soll er auch für die jetzige Verletzungsmisere einiger Bayernspieler verantwortlich sein.

Arjen Robben, Thomas Müller, Juan Bernat und jetzt auch noch Thiago, der langfristig mit einer Muskelverletzung ausfallen wird. Durch die vielen Ausfälle kommen unbekannte Gesichter wie Marco Friedl oder Kwasi Okyere Wriedt zu ihren ersten Spielen für den Rekordmeister. Die vermehrten muskulären Verletzungen im Kader stimmen auch Stürmerstar Robert Lewandowski nachdenklich. Für ihn steht fest, mit was die Wehwehchen zu tun haben: Die niedrige Trainingsintensität von Carlo Ancelotti und seinem Trainerstab sei daran schuld. „Wenn viele Muskelverletzungen passieren, muss man nicht die letzten Wochen des Trainings beobachten, sondern zwei, drei Monate zurückgehen“, sagte Lewandowski der „Sport Bild“. Der Pole geht davon aus, dass das bereits angeprangerte lasche Training des Italieners sich jetzt auswirkt und für die lange Verletztenliste bei den Bayern verantwortlich ist.

Klagen über Ancelottis Training kommen nicht zum ersten Mal

Viele Spieler sollen unter Carlo Ancelotti sich zusammengeschlossen haben, um auf freiwilliger Basis weitere Trainingseinheiten zu verfolgen. Das Mannschaftstraining soll den meisten viel zu locker gehandhabt worden zu sein. Da die Intensität des Trainings unter Rückkehrer Jupp Heynckes deutlich angestiegen ist, kommt es laut Lewandowski jetzt zu den vielen muskulären Problemen in der Mannschaft. Zuletzt traf es Thiago, der beim 2-1 Sieg beim RSC Anderlecht ausgewechselt werden musste. Ein Muskelteilriss im Oberschenkel verdonnert den Mittelfeldstrategen zu drei Monaten Pause. Ähnlich erging es auch schon Juan Bernat, der kürzlich nach langer Verletzung sein Comeback gab. Dass sich auch weitere prominente Namen wie Thomas Müller und Arjen Robben zu den muskulär verletzten Spielern gesellen, hat Robert Lewandowski jetzt also dazu gebracht, sich öffentlich über die Gründe zu äußern. Auffällig ist: Bei keinem anderen Bundesligaklub gibt es so viele Muskelverletzungen, als beim Rekordmeister.

Auch Bayerns ehemaliger Physio schlägt diese Töne an

Gut zu beobachten ist die Regelmäßigkeit der Muskelverletzungen auch an Arjen Robben. Der Holländer, der schon zu seiner Verpflichtung 2009 als sehr verletzungsanfällig galt, fiel in den letzten 2,5 Jahren immer wieder mit muskulären Verletzungen aus. Unter Carlo Ancelotti aber häuften sich Verletzungen dieser Art. Auch Oliver Schmidtleins, früherer Physiotherapeut der Bayern, spricht sich für eine große Mitschuld Ancelottis aus. „Wie man hört, war das Training bei Carlo Ancelotti sehr wenig umfangreich.“, gab Schmidtleins bei Sky zum Protokoll. Die Spieler durften unter ihm keine Sondereinheiten machen, die sie schließlich privat nachholten. Athletik-Einheiten standen beim Italiener auch nicht auf dem Programm. Das Aufwärmprogramm vor dem Training, berichtete der Sportmediziner, soll manchmal keine 5 Minuten gedauert haben, wie er aus Spielerkreisen erfuhr. „Wenn die Spieler selbst schon sagen, dass es zu wenig ist, ist es schon eine Überraschung.“ Kommen die Verletzten zurück, was bei allen außer Thiago noch zur Hinrunde passieren wird, wird sich zeigen, ob sich Heynckes Nachfolger glücklich schätzen darf, einen austrainierten Kader zu übernehmen.

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