Mesut Özil tritt zurück

Aktualisiert Nov 2018

Die Redaktion
Von Die Redaktion
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Die Streitigkeiten rund um Mesut Özil haben ihr finales Ende gefunden: Der Weltmeister von 2014 tritt aus der Nationalmannschaft zurück. Sportliche und persönliche Kritik, zu der sich Özil nie geäußert hat, waren die Auslöser. In seiner Erklärung greift er den DFB stark an und erhebt schwere Vorwürfe in Richtung Rassismus.

Sportlich betrachtet gab es bei Mesut Özil seit Jahren einige Zweifler. Zwar spiele er technisch sehr stark, kämpferisch aber sei seine Einstellung nicht gut genug. In wichtigen Spielen, in denen sein Team unterlegen war, tauchte er oftmals ab und wirkte lustlos. Selbst der WM-Titel 2014 konnte seine Kritiker nicht milde stimmen, für sie war Özil trotzdem der schwächste Spieler im Kader. Die sportliche Leistung aber war es nicht, die den Rücktritt provoziert hatte. Vor der WM ließen sich Özil und Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan ablichten. Ein Großteil der Deutschen forderte im Anschluss daran ein Karriereende der beiden Spieler in der Nationalelf. Die Verantwortlichen des DFB äußerten sich damals kaum, denn alle wollten sich auf das bevorstehende Turnier vorbereiten. Nach dem frühen Aus riss die Kritik an Özil nicht ab, im Gegenteil.

Özil wirft Rassismus vor

Manager Oliver Bierhoff nannte in einem Statement nur den Namen Özil, als er nach den Gründen für die Blamage in Russland gefragt wurde. Özil aber schwieg weiter, sehr zum Zorn vieler Fans. Das Foto mit Erdogan konnte man ihm nicht verzeihen. Gündogan stellte und entschuldigte sich, Özil aber nicht. Jetzt allerdings folgte der große Knall. Özil kritisiert in seiner Rücktrittsmeldung den DFB und die Medien scharf. „Die Wahrheit ist, dass eine Absage des Treffens mit dem Präsidenten eine Respektlosigkeit für all meine Vorfahren gewesen wäre, die stolz auf das sind, was ich bis heute geleistet habe. Manche deutschen Zeitungen benutzen meinen Hintergrund und das Foto mit Präsident Erdogan als rechtsgerichtete Propaganda, um ihre politischen Absichten voranzutreiben“. Mesut Özil zeigt in seinem langen, englischsprachigen Statement keinerlei Reue. Er ist der Ansicht, dass die Verantwortlichen des deutschen Fußballbundes und die Medien ihn wegen seiner türkischstämmigen Herkunft so sehr kritisiert haben. Eine Mitschuld oder einen Fehler seinerseits sieht er nicht, auch das Foto mit Erdogan empfindet er als richtig.

DFB weist Vorwürfe zurück

Der DFB war schockiert über den Rassismus-Vorwurf. Neben Özil stehen mit Boateng, Khedira, Rüdiger und einigen weiteren etliche Spieler im Kader, die ausländische Wurzeln haben. „Was uns alle dabei auf und neben dem Platz verbinden muss, ist die Beachtung der im Grundgesetz verankerten Menschenrechte, das Eintreten für Meinungs- und Pressefreiheit sowie Respekt, Toleranz und Fair Play. Ein Bekenntnis zu diesen Grundwerten ist für jede Spielerin und für jeden Spieler erforderlich, die für Deutschland Fußball spielen“, so ist in der Pressemitteilung zu lesen. Damit spielen Präsident Grindel und der Rest der Führungsriege auf die Fotos mit Erdogan an. „Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir aber mit Blick auf seine Repräsentanten, Mitarbeiter, die Vereine, die Leistungen der Millionen Ehrenamtlichen an der Basis in aller Deutlichkeit zurück“. Die Karriere im deutschen Trikot geht für den einstigen Weltmeister nun sehr unrühmlich zu Ende.

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