SC Freiburg vom DFB verärgert

Aktualisiert Nov 2018

Die Redaktion
Von Die Redaktion
Redakteur

Der Platzverweis von Nils Petersen am letzten Spieltag auf Schalke (0:2) sorgt immer noch für Ärger im Breisgau. Die Sperre des Stürmers durch die gelb-rote Karte hatte der SC angefochten, doch der DFB wies die Klage zurück. Petersen wird also im so wichtigen Spiel gegen den VfL Wolfsburg fehlen.

Für die Freiburger war es ein ausgesprochen unglücklicher Auftritt in Gelsenkirchen. Mit 0:1 geriet man durch einen höchst zweifelhaften Elfmeter in Rückstand, anschließend verlor man Kapitän Petersen. Wegen Meckerns zeigte ihm Tobias Stieler Gelb. Petersen lief weiter und hatte sich noch nicht wieder abgeregt, als er plötzlich vom Feld geschickt wurde. Die Verwarnung geschah in seinem Rücken, der Freiburger nahm die gelbe Karte nicht wahr. Nach dieser Situation brannten auch bei Trainer Christian Streich ein wenig die Sicherungen durch und er wurde auf die Tribüne geschickt. Später auf der Pressekonferenz hatte sich Streich noch immer nicht wieder beruhigt und machte seinem Ärger Luft. Petersen, so Streich, hatte die gelbe Karte überhaupt nicht registriert. Stieler aber gab an, ihn am Rücken angetippt und „Gelb Nummer 18“ gerufen zu haben. Für den DFB ist es also nicht ausreichend, dass Petersen selbst nichts mitbekommen hatte.

Immer wieder Stieler

Für Nils Petersen, der als sehr fairer Sportsmann bekannt ist, war es der aller erste Platzverweis seiner Karriere. Grund genug für seinen Trainer, für ihn die Hand ins Feuer zu legen. Obwohl Petersen nachweislich nichts von der Verwarnung mitbekommen hat, gilt das Verhalten von Schiri Stieler als regelkonform und ausreichend. Für Streich und seinen SC ist der Unmut über Stieler nicht der erste Ärger. Schon häufiger haderten sie mit dem Schiedsrichter, zuletzt, als er gegen den VfB Stuttgart einen Freiburger bereits nach wenigen Minuten mit glatt Rot vom Feld schickte. Diese Entscheidung stieß bei fast allen auf Unverständnis. Nun ist es wieder Stieler, der eine fragwürdige Entscheidung zu Ungunsten der Breisgauer getroffen hat. Der SC wird gegen das Urteil vorgehen und alles versuchen, um seinen Kapitän und wichtigsten Spieler beim Abstiegsduell gegen den VfL Wolfsburg doch noch dabei haben zu können.

Ermittlungen gegen Streich

Die Sperre von Petersen ist nicht das einzige Resultat aus dem Spiel bei S04. Der DFB hat angekündigt, gegen Christian Streich zu ermitteln. Streich war nach der Szene mit Petersen von seinen Spielern und Betreuern zurückgehalten worden, als er sich vehement bei Stieler wegen des Platzverweises beschwerte. Auf der PK nach der Partie wurde Streich zu seinem Ausraster gefragt, ob er in seinen Augen nicht auch überreagiert hätte. „Ich habe nicht überreagiert. Ich habe ein Schimpfwort benutzt“, antwortete ein stets ehrlicher Freiburger Coach. Dieses Schimpfwort könnte ihm jetzt aber nachträglich noch eine Menge Ärger einbringen. Der DFB sprach von einem Automatismus. Vorfälle dieser Art würden automatisch geprüft und mit einer Strafe belegt werden, so DFB-Chefankläger Anton Nachrainer. Der SC beklagte sich bereits in den letzten Jahren darüber, dass es die Schiedsrichter nicht immer gut mit den kleinen Vereinen meinten. Die meisten Fans können diese Entrüstung verstehen. Auch die Ermittlung gegen Streich stößt vielen übel auf, die Emotion des Fußballs scheint mehr und mehr verboten zu werden, so die Anhänger.

Odds correct at time of publishing

© Copyright 2021 Sportwette.net