Spielerberater im Fokus

Aktualisiert Nov 2018

Die Redaktion
Von Die Redaktion
Redakteur

Das Theater um den Schalker Max Meyer wirft die Frage auf, wie viel Macht die Berater der Spieler wirklich haben. Ist ein Wechsel überhaupt noch mehrheitlich der Wunsch des Fußballers? Auf Schalke diskutiert man nach der Suspendierung Meyers über die Konsequenzen. Mittendrin: Berater Roger Wittmann, der sich wenig respektvoll zu S04 äußert.

Roger Wittmann betreut neben May Meyer unter anderem den Liverpooler Firmino, Luiz Gustavo, Julian Draxler und den Schalker Thilo Kehrer. Im Fall von Max Meyer traf er die Aussage, es würde sich um einen absoluten Weltklassespieler handeln, der in jeder europäischen Topmannschaft Stammspieler wäre. Nach der Suspendierung äußerte sich Schalkes Manager Christian Heidel dazu und gab an, er hätte ein Angebot für einen „sehr guten „Bundesligaspieler“, nicht aber für einen „Weltklassespieler“ abgegeben. Im Anschluss an diese Aussage schoss Wittmann scharf in Richtung Heidel. „Ich glaube, dass Christian Heidel Weltklasse gar nicht beurteilen kann. Weltklasse sind für mich Spieler wie Roberto Firmino, Luiz Gustavo und Julian Draxler“. Nicht verwunderlich, dass Wittmann dieses Trio nennt, schließlich werden alle von ihm betreut. Meyer sieht er einen Hauch unter dem Level seiner Klienten. Liverpool, Paris und Marseille, das sind nach Meinung Wittmanns absolute Topclubs, zu denen auch Meyer wechseln sollte.

Trägt Meyer das Spiel Wittmanns aus?

Auf Schalke geben einige Fans Roger Wittmann die Hauptschuld. Er habe versucht, das Schalker Angebot in die Höhe zu treiben oder einen Wechsel zu provozieren, um selbst mehr abzukassieren. Meyer selbst sei ihm in diesem Fall egal gewesen, so viele Schalker. Wittmann aber sagte jetzt aus, dass Meyers Interview selbst gewünscht war. Der Mittelfeldspieler bezichtigte Tedesco und Heidel des Mobbings und erzählte, nie eine faire Chance bekommen zu haben. Er habe Meyer vor den Folgen des Interviews gewarnt, so Wittmann. Geschützt habe er seinen Spieler ausreichend, indem er ihn gefragt habe, ob das Interview wirklich nötig sei. Meyer ist zwar erst 22 Jahre alt, trotzdem aber wusste er ganz genau, auf was er sich mit den folgenschweren Aussagen einlässt. Ob Wittmann ihm auch dazu geraten hat, mit S04 abzuschließen und auch ein Gespräch mit Heidel zu verweigern, ist nicht bekannt.

Berater und der große Einfluss

Das Theater um Max Meyer ist nicht der einzige Fall, der aufzeigt, welch große Rolle die Spielerberater mittlerweile spielen. Auch um Bayernstar Robert Lewandowski und dessen Beraterstab gibt es seit längerer Zeit Diskussionen und Gerüchte. Der Pole soll unbedingt zu Real Madrid wollen, hat bei den Münchnern aber noch einen langfristigen Vertrag. Vor einigen Wochen wechselte er nun den Berater. Er wird jetzt von einem Experten betreut, der bekannt für seine guten Kontakte nach Madrid ist und sich mit großen Transfers bestens auskennt. Den Neymar-Wechsel für über 200 Millionen Euro zu Paris St. Germain soll er mit initiiert haben. Ein Spieler sucht sich also gezielt einen Berater aus, der dann einen Wechselwunsch umsetzen kann? Die Meinung von beiden Vereinen und dem Spieler selbst scheint immer mehr in den Hintergrund zu rücken, wenn sich die Spielerberater gegenseitig übertrumpfen, wer größere Transfers abgewickelt hat. Im Fall Lewandowski ist aber noch keine Entscheidung gefallen.

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