Es war das offene Thema des Frankfurter Sommers, und nun steht die Lösung unmittelbar bevor. Eintracht Frankfurt verpflichtet Noah Atubolu vom SC Freiburg. Nach Informationen von Sky Sport befand sich der 24 Jahre alte Torhüter am Mittwoch bereits beim Medizincheck bei der Eintracht. Die Hessen holen den Nationaltorhüter zunächst per Leihe, an die sich eine Kaufpflicht in Höhe von 13 Millionen Euro anschließt. Offiziell bestätigt war der Wechsel zum Zeitpunkt der Berichte noch nicht, das Transferfenster schließt am kommenden Dienstag, dem 1. September.

Damit endet eine Hängepartie, die sich über den gesamten Sommer gezogen hatte. Atubolu hatte seinen Wechselwunsch früh hinterlegt, sein eigentliches Ziel war die Premier League. Als sich diese Tür nicht öffnete, rückte Frankfurt als bestmögliche Alternative in den Fokus, ein Klub, bei dem er sofort die Nummer eins werden und sich auf hohem Niveau weiter empfehlen kann.

Ein Transfermodell aus der Not

Dass der Wechsel als Leihe mit Kaufpflicht und nicht als klassischer Transfer über die Bühne geht, hat handfeste Gründe. Zum einen ist die Kassenlage in Frankfurt angespannt, die Verantwortlichen benötigen ihr Budget vor allem für Verstärkungen in anderen Mannschaftsteilen. Zum anderen sorgt das Modell auch auf Freiburger Seite für Planungssicherheit.

Bemerkenswert ist ein Detail, das dem Deal vorausging: Atubolu hat seinen zuvor bis 2027 laufenden Vertrag beim SC Freiburg zunächst um ein Jahr verlängert. Der Grund liegt im Regelwerk, denn Profis mit weniger als zwei Jahren Restlaufzeit dürfen nicht verliehen werden. Die Verlängerung machte die Leihe damit überhaupt erst möglich und sichert Freiburg zugleich die Ablöse, die nun faktisch ein Jahr später fließt. Für Atubolu, der in Freiburg nach der Ankunft von Neuzugang Mio Backhaus nur noch die Tribüne drohte, ist es der Ausweg aus einer verfahrenen Situation.

Die Torwartfrage als offene Wunde

Warum die Eintracht überhaupt so dringend einen Schlussmann sucht, hatte sich über die Vorbereitung immer deutlicher gezeigt. Die bisherige Nummer eins Kauã Santos leistete sich wiederholt schwere Fehler, besonders schmerzhaft bei der 0:7-Testspielpleite gegen den FC Brentford. Auch der Routinier Michael Zetterer konnte die Zweifel nicht ausräumen.

Trainer Adi Hütter, so heißt es aus dem Umfeld, habe intern von Beginn an eine externe Lösung favorisiert und die Klubführung schließlich überzeugt. Mit Atubolu bekommt er nun den Rückhalt, den er sich vorgestellt hat. Für Zetterer wiederum stellt sich die Zukunftsfrage neu, sein Verbleib in Frankfurt hängt unmittelbar an diesem Transfer.

Ein Nationaltorhüter in der Entwicklung

Frankfurt verpflichtet keinen Lückenfüller. Noah Atubolu ist ein Eigengewächs des SC Freiburg, seit der Saison 2023/24 war er dort die Nummer eins und entwickelte sich zu einem der besten jungen Torhüter der Bundesliga. In seiner Karriere bestritt er 125 Pflichtspiele für die Breisgauer, davon 66 in der Bundesliga.

Auch beim DFB steht der Keeper im Notizbuch. Mit der U21-Nationalmannschaft wurde er im Sommer Vize-Europameister, zuletzt gehörte er erstmals dem Kader der A-Nationalmannschaft an. In Frankfurt soll er nicht für ein Jahr aushelfen, sondern für die kommenden Jahre der Rückhalt zwischen den Pfosten werden.

Hütter und der Neuanfang

Der Torwart-Coup fügt sich in einen größeren Umbruch. Die vergangene Saison war für Frankfurter Verhältnisse eine Enttäuschung, Rang acht bedeutete das komplette Verpassen des internationalen Geschäfts, nicht einmal für die Conference League reichte es. Für einen Klub, der 2022 die Europa League gewonnen und sich als fester Europapokal-Teilnehmer etabliert hatte, war das ein Rückschlag.

Nun soll ausgerechnet ein alter Bekannter die Wende einleiten. Mit Adi Hütter kehrt der Trainer zurück, der die Eintracht schon von 2018 an prägte und sie damals in seiner ersten Saison bis ins Halbfinale der Europa League führte. Ein Platz im internationalen Geschäft ist bei der SGE fest eingeplant. Zusätzliche Brisanz erhält die Zielsetzung durch einen Umstand, der in Frankfurt schmerzt: Das Endspiel der Europa League 2027 wird im heimischen Waldstadion ausgetragen. Ein Finale in den eigenen Mauern zu erleben, ohne selbst international dabei zu sein, wäre für die Eintracht eine besondere Bitterkeit.

Was das für die Langzeitwetten bedeutet

Für Wettfreunde ist die Ausgangslage gerade deshalb interessant, weil der Markt die Eintracht noch stark an der schwachen Vorsaison misst. Daraus ergeben sich Langzeitquoten, die den tatsächlichen Möglichkeiten der Mannschaft oft hinterherhinken.

Das stärkste Argument ist ein struktureller Vorteil, der leicht übersehen wird. Als Tabellenachter spielt Frankfurt in dieser Saison in keinem europäischen Wettbewerb. Keine Donnerstagsspiele, keine weiten Reisen, keine englischen Wochen. Während direkte Konkurrenten um die vorderen Plätze zwischen Liga und Europapokal pendeln, kann Hütter seine Elf voll auf Bundesliga und DFB-Pokal ausrichten. Dieser Frische-Vorteil ist in der Frühform der Saisonquoten selten korrekt eingepreist.

Konkret läuft eine Wette darauf, dass Frankfurt am Saisonende wieder auf einem Europapokal-Platz steht, je nach Anbieter noch etwa zwischen 1,90 und 2,30, ein für einen ambitionierten Klub mit neuem Trainer und ohne Doppelbelastung durchaus attraktiver Wert. Wer mehr Risiko sucht, findet in der Wette auf eine Champions-League-Qualifikation über die Top vier Quoten im Bereich von etwa 6,00 bis 9,00, die bei einem guten Saisonstart schnell fallen dürften. Von der Meisterwette, notiert bei rund 100,0, sollte man dagegen die Finger lassen, hier steckt kein realistischer Wert.

Zur Ehrlichkeit gehört die Gegenstimme. Nicht jeder teilt den Optimismus. Fußball-Experte Mario Basler etwa traut der Eintracht zwar den Kampf um die Europa-League-Plätze zu, nicht aber eine große Rolle im Rennen um die Champions League, und kritisiert die Transferpolitik des Klubs. Eine Langzeitwette bleibt eine Einschätzung über eine ganze Saison und kein Selbstläufer.

Glücksspiel kann süchtig machen. Infos und Hilfe unter der kostenlosen Hotline 0800 1 37 27 00 oder auf check-dein-spiel.de. Nur für Personen ab 18 Jahren.


Häufige Fragen

Wechselt Noah Atubolu zu Eintracht Frankfurt? Nach übereinstimmenden Berichten steht der Wechsel des Torhüters vom SC Freiburg zu Eintracht Frankfurt kurz vor dem Abschluss. Er kommt zunächst per Leihe mit Kaufpflicht, der Medizincheck lief bereits.

Wie hoch ist die Ablöse für Atubolu? Der Transfer erfolgt als Leihe mit anschließender Kaufpflicht, die nach Sky-Informationen bei 13 Millionen Euro liegt.

In welchem Europapokal spielt Eintracht Frankfurt 2026/27? In keinem. Frankfurt beendete die Vorsaison auf Rang acht und verpasste die internationalen Plätze, spielt also nur in Bundesliga und DFB-Pokal.

Warum ist das für Wetten relevant? Ohne europäische Doppelbelastung kann sich Frankfurt voll auf die Liga konzentrieren. Weil der Markt vor allem auf die schwache Vorsaison blickt, gelten die Langzeitquoten auf eine Rückkehr nach Europa als vergleichsweise großzügig.


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