Stand: 27. September 2026
Das wohl größte Verfahren in der Geschichte der Premier League steuert auf seine Entscheidung zu. Nach übereinstimmenden Berichten von The Athletic, Reuters und der BBC hat die unabhängige Kommission Manchester City in 114 der 115 Anklagepunkte für schuldig befunden. Die Meldungen erschienen am Freitag, dem 25. September 2026, fast zwei Jahre nach Abschluss der Anhörung und mehr als dreieinhalb Jahre nach Erhebung der Vorwürfe.
Entscheidend ist dabei, was noch nicht feststeht. Die Premier League hat das Urteil bislang nicht offiziell veröffentlicht und sich gegenüber Reuters nicht geäußert. Über eine Strafe ist noch nicht entschieden. Und Manchester City, das jedes Fehlverhalten stets bestritten hat, wird nach Berichten Einspruch einlegen. Das Verfahren ist damit nicht beendet, sondern tritt in eine neue Phase.
Worum es in den 115 Anklagepunkten geht
Die Premier League hatte Manchester City im Februar 2023 nach einer vierjährigen Untersuchung angeklagt und den Fall an eine unabhängige Kommission verwiesen. Die Vorwürfe betreffen den Zeitraum von der Saison 2009/10 bis einschließlich 2017/18, also die ersten Jahre nach der Übernahme des Klubs durch die Abu Dhabi United Group von Scheich Mansour im Jahr 2008.
Nach den öffentlich gemachten Anklagepunkten geht es im Kern um fünf Bereiche. Erstens soll City über neun Spielzeiten keine korrekten Finanzinformationen vorgelegt haben, insbesondere zu Sponsoreneinnahmen. Zweitens sollen die Angaben zu den Vergütungen von Spielern und Trainern nicht vollständig gewesen sein. Drittens werden Verstöße gegen die Regeln der UEFA zur Klublizenzierung und zum Financial Fairplay genannt, viertens Verstöße gegen die Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln der Premier League in den Spielzeiten 2015/16 bis 2017/18. Fünftens wirft die Liga dem Klub vor, zwischen Dezember 2018 und Februar 2023 nicht mit der Untersuchung kooperiert zu haben.
Grob aufgeteilt handelt es sich um rund 80 Punkte zu finanziellen Regelverstößen und weitere 35 zur fehlenden Kooperation. Es geht also nicht um Spielmanipulation auf dem Platz, sondern um die Frage, ob City seine finanziellen Verhältnisse korrekt dargestellt und die Regeln eingehalten hat, die für einen fairen Wettbewerb zwischen den Klubs sorgen sollen.
Welcher einzelne Punkt nach den Berichten nicht bestätigt wurde, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Der lange Weg bis zum Urteil
Die Geschichte beginnt nicht in England, sondern in Deutschland. Im November 2018 veröffentlichte der Spiegel im Rahmen der Football-Leaks-Enthüllungen interne Dokumente, die nahelegten, dass City gegen die Financial-Fairplay-Regeln verstoßen habe. Daraufhin leitete zunächst die UEFA Ermittlungen ein.
Im Februar 2020 sperrte die UEFA City für zwei Jahre von europäischen Wettbewerben und verhängte eine Geldstrafe. Im Juli 2020 hob der Internationale Sportgerichtshof CAS die Sperre jedoch auf. Parallel dazu ermittelte die Premier League weiter und erhob im Februar 2023 schließlich die 115 Anklagepunkte.
Die Anhörung vor der unabhängigen Kommission begann am 16. September 2024 im International Dispute Resolution Centre in London und dauerte bis Dezember 2024. Danach begann eine Wartezeit, die immer wieder verlängert wurde. Ursprünglich war ein Urteil für das Frühjahr 2025 erwartet worden, dann für den Herbst 2025, schließlich zog sich der Prozess bis in den September 2026.
Welche Titel City im betroffenen Zeitraum gewann
Seit der Übernahme 2008 hat sich Manchester City zur dominierenden Mannschaft im englischen Fußball entwickelt. Der Klub gewann seither acht Meistertitel, die Champions League 2023, drei FA Cups und sechs Ligapokale. Im Zeitraum der Vorwürfe von 2009 bis 2018 holte City nach Angaben der BBC sieben nationale Titel.
Drei davon waren Meisterschaften. Die erste, 2011/12, war die dramatischste: City sicherte sich den Titel am letzten Spieltag durch das Tor von Sergio Agüero in der Nachspielzeit gegen die Queens Park Rangers, punktgleich mit Manchester United und nur dank der besseren Tordifferenz. 2013/14 folgte der zweite Titel mit zwei Punkten Vorsprung auf den FC Liverpool, 2017/18 der dritte mit 100 Punkten, damals ein Rekord, und klarem Abstand auf Manchester United.
Dazu kommen der FA Cup 2011, der erste große Titel der neuen Ära, gewonnen im Finale gegen Stoke City, sowie drei Ligapokale: 2014 gegen Sunderland, 2016 im Elfmeterschießen gegen Liverpool und 2018 gegen Arsenal.
Die Titel ab 2018/19, darunter die Serie von vier Meisterschaften in Folge und der Champions-League-Sieg 2023, fallen nicht in den Zeitraum der Anklage.
Welche Klubs sich benachteiligt sehen
Ob Rivalen durch die festgestellten Verstöße sportlich geschadet wurde, ist juristisch nicht entschieden und wird es womöglich auch nie abschließend. Im Blick stehen aber vor allem die Klubs, die in den betroffenen Spielzeiten knapp hinter City landeten oder in Endspielen gegen City verloren.
Am häufigsten genannt wird Manchester United, das 2011/12 nur wegen der schlechteren Tordifferenz die Meisterschaft verlor. Ebenso der FC Liverpool, dem 2013/14 zwei Punkte zum ersten Meistertitel seit 1990 fehlten. Der Titel kam für Liverpool erst 2020.
Vier Klubs haben bereits vorgesorgt. Nach einem Bericht der Times reichten Arsenal, Liverpool, Manchester United und Tottenham im November 2024 rechtliche Schreiben ein, mit denen sie sich das Recht vorbehalten, von City Schadenersatz zu fordern, falls der Klub schuldig gesprochen wird. Hintergrund war die Sorge, andernfalls die sechsjährige Verjährungsfrist nach englischem Recht zu verpassen, die möglicherweise ab den Spiegel-Enthüllungen im November 2018 läuft. Da Klubs der Premier League sich nach den Ligaregeln nicht direkt vor Gericht verklagen dürfen, liefe ein solcher Anspruch über ein Schiedsverfahren.
Es könnte um erhebliche Summen gehen, etwa für entgangene Meistertitel oder verpasste Champions-League-Plätze. Einen Präzedenzfall gibt es bereits: Everton einigte sich nach einem eigenen Verstoß gegen die Finanzregeln mit Leeds United auf eine Entschädigung wegen entgangener Einnahmen.
Was die City-Jahre die Konkurrenz gekostet haben
Wie hoch ein möglicher Schaden tatsächlich wäre, ist schwer zu beziffern, denn niemand kann sicher sagen, wie die Spielzeiten ohne Regelverstöße verlaufen wären. Einige Konstellationen zeigen aber, worum es in möglichen Schadenersatzverfahren gehen könnte.
Manchester United, 2011/12. Der knappste Fall. United und City beendeten die Saison punktgleich, die Tordifferenz entschied. Sergio Agüeros Treffer in der Nachspielzeit des letzten Spieltags kostete United den Titel und damit nicht nur Prestige, sondern auch Meisterprämien und die Einnahmen, die mit einer Meisterschaft verbunden sind.
FC Liverpool, 2013/14. Liverpool führte die Tabelle lange an und verlor den Titel am Ende mit zwei Punkten Rückstand. Es wäre der erste Meistertitel seit 1990 gewesen. Der Klub musste darauf bis 2020 warten, der damalige Trainer Brendan Rodgers wurde im Herbst 2015 entlassen.
Manchester United, 2015/16. In dieser Saison ging es nicht um den Titel, sondern um die Champions League. City und United beendeten die Spielzeit punktgleich auf den Plätzen vier und fünf, erneut entschied die Tordifferenz zugunsten von City. United spielte daraufhin nur in der Europa League, gewann diese allerdings 2017 und qualifizierte sich so doch noch für die Königsklasse.
FC Arsenal, 2016/17. Arsenal wurde Fünfter, einen Punkt hinter Liverpool auf Rang vier und drei Punkte hinter City auf Rang drei. Zum ersten Mal seit 20 Jahren verpasste Arsenal unter Arsène Wenger die Champions League. Ein Gedankenspiel zeigt, warum solche Tabellen in möglichen Schadenersatzverfahren eine Rolle spielen könnten: Hätte City in dieser Saison nicht zu den Top vier gehört, wäre Arsenal qualifiziert gewesen.
Die Teilnahme an der Champions League ist für englische Klubs jedes Jahr zweistellige Millionenbeträge wert, durch Prämien, Fernsehgelder und Zuschauereinnahmen. Über mehrere Spielzeiten gerechnet könnten sich mögliche Forderungen deshalb auf dreistellige Millionenbeträge summieren. Ob und in welcher Höhe es dazu kommt, hängt aber vom endgültigen Urteil ab und davon, ob ein Schiedsgericht einen direkten Zusammenhang zwischen den Verstößen und den Tabellenplätzen anerkennt. Genau dieser Nachweis gilt als schwierig.
Welche Strafen möglich sind
Über die Strafe entscheidet die Kommission gesondert, sie war nie als Teil des ersten Urteils vorgesehen. Das Regelwerk der Premier League sieht mehrere Sanktionen vor: einen Punktabzug, sofort oder zur Bewährung, eine Geldstrafe in unbegrenzter Höhe, ebenfalls sofort oder zur Bewährung, und im äußersten Fall den Ausschluss aus der Premier League. Ein Ausschluss würde bedeuten, dass City seine Mitgliedschaft verliert und zum Saisonende in eine niedrigere Liga versetzt wird.
Ob der Klub auch Titel verlieren könnte, ist offen. Diese Möglichkeit wird seit Beginn des Verfahrens diskutiert, als Strafe festgelegt ist sie bislang nicht. Wie die BBC betont, wäre es verfrüht, einen Punktabzug, einen Abstieg oder die Aberkennung von Titeln als sicher darzustellen.
Einen Anhaltspunkt liefern frühere Fälle. In der Saison 2023/24 erhielten Everton und Nottingham Forest Punktabzüge wegen Verstößen gegen die Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln. Diese Fälle betrafen allerdings einzelne Spielzeiten und deutlich weniger Anklagepunkte als der Fall City.
Szenarien: Was ein Punktabzug für die laufende Saison bedeuten würde
Sportlich steht Manchester City aktuell glänzend da. Unter dem neuen Trainer Enzo Maresca, der im Juni 2026 die Nachfolge von Pep Guardiola antrat, gewann City vor der Länderspielpause alle fünf Ligaspiele und führt die Tabelle mit 15 Punkten an, drei Punkte vor Titelverteidiger Arsenal. Ein Punktabzug in der laufenden Saison würde dieses Bild sofort verändern. Drei Szenarien zeigen die Größenordnung.
Ein Abzug in der Größenordnung von Everton. Everton wurde 2023/24 zunächst mit zehn Punkten bestraft, im Berufungsverfahren wurde der Abzug auf sechs Punkte reduziert, später kamen zwei weitere hinzu. Ein Abzug von sechs Punkten würde City aktuell auf neun Punkte zurückwerfen, hinter Arsenal und mitten in die Verfolgergruppe. Im Titelrennen wäre City dann noch lange nicht raus.
Ein zweistelliger Abzug. Bei einem Abzug von zehn oder mehr Punkten stünde City nach fünf Siegen bei fünf oder weniger Punkten. Der Titel wäre damit in weite Ferne gerückt, die Qualifikation für die Champions League aber weiterhin realistisch.
Ein drastischer Abzug. Einzelne Kommentatoren halten für den Fall, dass die schwersten Vorwürfe bestätigt werden, auch Abzüge von 40 bis 60 Punkten für denkbar. Das wäre ohne Beispiel in der Premier League. City würde die Saison mit einem tiefen Minus beginnen und müsste trotz der stärksten Mannschaft der Liga gegen den Abstieg spielen.
Ebenso möglich ist ein Abzug zur Bewährung oder einer, der erst in einer späteren Saison greift. Welche Variante kommt und wann, hängt auch vom Einspruchsverfahren ab. Wird die Strafe erst nach Monaten rechtskräftig, könnte sie auch erst in der Saison 2027/28 wirksam werden.
Präzedenzfälle: Wenn Titel wirklich aberkannt wurden
Dass einem Meister nachträglich Titel entzogen werden, hat es im europäischen Fußball bereits gegeben, wenn auch nicht in der Premier League und nicht wegen Finanzverstößen.
Juventus Turin, 2006. Im Zuge des Calciopoli-Skandals um die Einflussnahme auf Schiedsrichteransetzungen wurden Juventus die Meistertitel 2004/05 und 2005/06 aberkannt. Der Titel 2005/06 ging nachträglich an Inter Mailand, der Titel 2004/05 wurde nicht neu vergeben. Juventus musste zudem in die Serie B absteigen und dort mit einem Punktabzug starten.
Olympique Marseille, 1993. Nach dem Bestechungsskandal um ein Ligaspiel gegen Valenciennes verlor Marseille den französischen Meistertitel 1992/93 und wurde in die zweite Liga versetzt. Den Champions-League-Titel aus demselben Jahr durfte der Klub behalten.
Beide Fälle unterscheiden sich allerdings grundlegend von dem Verfahren gegen City. In Italien und Frankreich ging es um die direkte Manipulation von Spielen, bei City um die korrekte Darstellung von Finanzen. Ob eine Aberkennung von Titeln wegen finanzieller Regelverstöße überhaupt möglich ist und wer darüber entscheiden würde, ist in England bislang ungeklärt.
Wie es jetzt weitergeht
Als Nächstes muss die Kommission ihr schriftliches Urteil vorlegen. Erst dann wird bekannt, wer der Kommission angehörte und wie sie ihre Entscheidung im Einzelnen begründet. Danach folgt die Festlegung der Strafe.
City und die Premier League haben beide das Recht, gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen. Darüber entscheidet ein eigenes Berufungsgremium. Anders als im Verfahren mit der UEFA 2020 kann der Fall nicht vor den CAS gebracht werden, weil die Regeln der Premier League ein privates Schiedsverfahren vorschreiben. Ein Einspruch könnte nach Einschätzung von Experten mehrere Monate dauern und eine tatsächliche Strafe weiter verzögern.
Unabhängig davon könnte die UEFA ein eigenes Verfahren einleiten. Europäische Sanktionen wären nicht automatisch Folge eines Urteils der Premier League, sondern müssten von der UEFA selbst geprüft werden.
Warum 2020 keine Blaupause ist
Viele Anhänger von City verweisen auf das Verfahren mit der UEFA, das der Klub 2020 gewann. Tatsächlich hatte die UEFA City im Februar 2020 für zwei Jahre von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen und eine Geldstrafe von 30 Millionen Euro verhängt. Der Vorwurf lautete, City habe von 2012 bis 2016 Sponsoreneinnahmen zu hoch ausgewiesen, insbesondere aus dem Vertrag mit Etihad, und nicht mit den Ermittlern kooperiert.
Im Juli 2020 hob der Internationale Sportgerichtshof CAS die Sperre auf und reduzierte die Geldstrafe auf zehn Millionen Euro. Die Begründung ist für das aktuelle Verfahren entscheidend. Nach Ansicht des CAS waren die meisten Vorwürfe „entweder nicht nachgewiesen oder verjährt“. Ein Teil der Vorwürfe fiel unter die Verjährungsfrist der UEFA, die Verstöße nur innerhalb von fünf Jahren verfolgen lässt. Bei anderen Punkten, vor allem zum Etihad-Sponsoring, sah das Gericht den Nachweis nicht erbracht, dass es sich um verdeckte Zahlungen der Eigentümer handelte. Bestehen blieb nur der Vorwurf der mangelnden Kooperation, den der CAS als schwerwiegend einstufte und ausdrücklich eine „eklatante Missachtung“ des Ermittlungsverfahrens nannte.
Im Verfahren der Premier League gelten andere Voraussetzungen. Das Regelwerk der Liga kennt keine vergleichbare Verjährungsfrist, weshalb die Vorwürfe bis in die Saison 2009/10 zurückreichen können. Zudem kann City den Fall nicht vor den CAS bringen, sondern nur vor ein Berufungsgremium der Premier League. Und schließlich deutet der Bericht über 114 bestätigte Punkte darauf hin, dass die Kommission die Beweise deutlich anders bewertet hat als der CAS damals. Genau deshalb ist die Hoffnung, das Verfahren könne wie 2020 enden, diesmal deutlich schwächer begründet.
Citys Position
Manchester City hat die Vorwürfe von Beginn an zurückgewiesen. Der Klub erklärte stets, über „einen umfassenden Bestand an unwiderlegbaren Beweisen“ zu verfügen, die ihn entlasten würden. In einer Stellungnahme gegenüber CNN betonte City nach den Berichten vom Freitag, der Prozess der Premier League laufe noch und wesentliche Teile stünden weiterhin aus.
Klubchef Khaldoon Al Mubarak hatte zuvor erklärt, an der Haltung des Klubs habe sich „nichts geändert“. Der frühere Trainer Pep Guardiola, der im Juni 2026 zurücktrat und durch Enzo Maresca ersetzt wurde, hatte sich wiederholt hinter den Klub gestellt und erklärt, bis zum Beweis der Schuld gelte jeder als unschuldig. Er hatte zudem den Eindruck geäußert, manche Kritiker wünschten sich, dass City „vom Erdboden verschwindet“, statt fair beurteilt zu werden.
Einordnung: Was auf dem Spiel steht
Mit dem Bericht über einen Schuldspruch in 114 Punkten ist das Verfahren an einem Punkt angekommen, den viele lange nicht für möglich gehalten hatten. Sollte sich das Ergebnis in der schriftlichen Begründung bestätigen, wäre es eine nahezu vollständige Niederlage für den Klub.
Für die Premier League geht es um mehr als einen einzelnen Verein. Die Finanzregeln sollen sicherstellen, dass alle Klubs unter denselben Bedingungen antreten. Ein Urteil in diesem Umfang wirft die Frage auf, wie belastbar die Ergebnisse eines ganzen Jahrzehnts sind, und wie eine Liga mit Titeln umgeht, die möglicherweise unter regelwidrigen Bedingungen zustande kamen.
Gleichzeitig ist Vorsicht geboten. Weder die Strafe noch die schriftliche Begründung sind bekannt, und ein Einspruch kann das Verfahren noch lange verlängern. Bis dahin bleibt vieles, was jetzt diskutiert wird, Spekulation.
Was das für Wettfreunde bedeutet
Für Wettfreunde ist die Lage vor allem mit Unsicherheit verbunden. Solange nicht klar ist, ob und wann eine Strafe greift, lässt sich schwer abschätzen, wie sie sich auf die laufende Saison auswirkt. City führt die Tabelle mit 15 Punkten aus fünf Spielen an und gilt entsprechend als einer der Titelfavoriten. Ein Punktabzug in der aktuellen Spielzeit würde die Meisterquoten und die Märkte um die Champions-League-Plätze unmittelbar verschieben, ein Abzug zur Bewährung oder für eine spätere Saison dagegen kaum.
Wer auf Langzeitmärkte rund um die Premier League setzt, sollte die weitere Entwicklung genau verfolgen, denn neue Informationen zur Strafe können die Quoten innerhalb kurzer Zeit stark bewegen. Bis die Kommission entschieden hat, empfiehlt sich Zurückhaltung bei Wetten, die direkt von einer möglichen Sanktion abhängen.
Glücksspiel kann süchtig machen. Infos und Hilfe unter der kostenlosen Hotline 0800 1 37 27 00 oder auf check-dein-spiel.de. Nur für Personen ab 18 Jahren.
Häufige Fragen zu Manchester City und den 115 Anklagepunkten
Wurde Manchester City schuldig gesprochen? Nach Berichten von The Athletic, Reuters und der BBC vom 25. September 2026 hat die unabhängige Kommission City in 114 von 115 Punkten für schuldig befunden. Offiziell veröffentlicht hat die Premier League das Urteil bislang nicht.
Welche Strafe bekommt Manchester City? Das steht noch nicht fest. Das Regelwerk sieht Punktabzüge, Geldstrafen in unbegrenzter Höhe und im äußersten Fall den Ausschluss aus der Premier League vor. Über die Strafe entscheidet die Kommission gesondert.
Verliert City seine Titel? Das ist offen. Die Aberkennung von Titeln wird seit Jahren diskutiert, ist aber bislang nicht als Strafe festgelegt.
Welche Titel gewann City im Zeitraum der Vorwürfe? Zwischen 2009 und 2018 gewann City sieben nationale Titel: die Meisterschaften 2011/12, 2013/14 und 2017/18, den FA Cup 2011 sowie die Ligapokale 2014, 2016 und 2018.
Kann City Einspruch einlegen? Ja. Beide Seiten können Einspruch bei einem Berufungsgremium der Premier League einlegen. Ein Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ist in diesem Verfahren nicht möglich.
Warum gewann City 2020 gegen die UEFA? Der CAS hob die zweijährige Europapokalsperre auf, weil die meisten Vorwürfe nach seiner Ansicht nicht nachgewiesen oder nach der Fünf-Jahres-Frist der UEFA verjährt waren. Die Premier League kennt keine vergleichbare Verjährungsfrist.
Wurden schon einmal Meistertitel aberkannt? Ja, etwa Juventus Turin 2006 im Calciopoli-Skandal und Olympique Marseille 1993 nach einem Bestechungsskandal. Beide Fälle betrafen aber Spielmanipulation, nicht Finanzverstöße.
Was würde ein Punktabzug für die aktuelle Saison bedeuten? City führt vor der Länderspielpause mit 15 Punkten aus fünf Spielen. Ein Abzug von sechs Punkten wie bei Everton würde den Klub hinter Arsenal zurückwerfen, ein deutlich höherer Abzug könnte ihn in den Abstiegskampf bringen.
Fordern andere Klubs Schadenersatz? Arsenal, Liverpool, Manchester United und Tottenham haben sich nach einem Bericht der Times bereits 2024 das Recht vorbehalten, bei einem Schuldspruch Schadenersatz zu fordern.
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