⚡ Kurz-Antwort (das Wichtigste zuerst): Borussia Dortmund hat im Sommer 2026 massiv in die Offensive investiert. Die beiden Königstransfers sind zwei griechische Mittelfeldspieler: Konstantinos Karetsas kam für rund 30 Millionen Euro vom KRC Genk, Giannis Konstantelias für 26 Millionen Euro fix plus bis zu sechs Millionen Boni von PAOK Saloniki. Beide wurden erst geholt, nachdem der Wunschtransfer von Said El Mala vom 1. FC Köln gescheitert war. Dazu kamen Joey Veerman, Joane Gadou und mehrere Talente. Für Wetten heißt das: Der Kader ist jünger und kreativer, aber die Meisterwette bleibt ohne Value.
Das Wichtigste in Kürze:
- Der BVB gab in diesem Sommer rund 60 Millionen Euro für zwei junge Griechen aus.
- Konstantinos Karetsas ist mit rund 30 Millionen Euro einer der teuersten Zugänge der Vereinsgeschichte.
- Giannis Konstantelias kam als Alternative, nachdem der Transfer von Said El Mala gescheitert war.
- Mit Joey Veerman kam zusätzlich ein erfahrener Spielmacher von der PSV Eindhoven.
- Julian Brandt, Salih Özcan, Julien Duranville und Niklas Süle gehören zu den prominenten Abgängen.
- Nico Schlotterbeck und Emre Can fallen zum Saisonstart aus, die Innenverteidigung bleibt die Schwachstelle.
📋 Alle BVB-Zugänge 2026/27 im Überblick
| Spieler | Von | Ablöse | Rolle |
|---|---|---|---|
| Konstantinos Karetsas | KRC Genk | ca. 30 Mio. Euro | Offensives Mittelfeld |
| Giannis Konstantelias | PAOK Saloniki | 26 Mio. + bis zu 6 Mio. Boni | Offensives Mittelfeld |
| Joey Veerman | PSV Eindhoven | Ablöse nicht offiziell | Zentrales Mittelfeld |
| Joane Gadou | RB Salzburg | Ablöse nicht offiziell | Innenverteidigung |
| Kauã Prates | EC Cruzeiro | Perspektivtransfer | Talent |
| Justin Lerma | Independiente | Perspektivtransfer | Talent |
| Samuele Inácio | Borussia Dortmund II | interner Aufstieg | Offensive |
| Mussa Kaba, Mathis Albert | Borussia Dortmund II | interner Aufstieg | Perspektive |
| Enzo dos Santos | eigene Jugend | interner Aufstieg | Perspektive |
🇬🇷 Der Griechen-Doppelpack: Was Karetsas und Konstantelias wirklich bringen
Das ist die eigentliche Geschichte dieses Transfersommers. Der BVB hat innerhalb weniger Wochen zwei griechische Nationalspieler für zusammen rund 60 Millionen Euro verpflichtet und damit einen klaren strategischen Schwerpunkt gesetzt.
Konstantinos Karetsas kam Anfang August für kolportierte 30 Millionen Euro vom belgischen Erstligisten KRC Genk. Der erst 18-Jährige ist damit einer der teuersten Zugänge der Dortmunder Vereinsgeschichte und bewegt sich preislich auf einer Stufe mit Namen wie Karim Adeyemi, Donyell Malen und Felix Nmecha. Er ist der klassische Zehner, den der BVB seit dem Abgang prägender Kreativspieler gesucht hat, und er hat in der Vorbereitung sofort geliefert: Beim 3:2 gegen den englischen Meister Arsenal stand er in der Torschützenliste. Niko Kovač traut ihm zu, von Beginn an in der Kreativzentrale zu spielen.
Giannis Konstantelias ist der reifere der beiden. Der 23-Jährige kam für 26 Millionen Euro fix von PAOK Saloniki, dazu können bis zu sechs Millionen an Boni fließen, was eine realistische Gesamtsumme von rund 29 bis 30 Millionen ergibt. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag und bringt eine beeindruckende Bilanz mit: 190 Pflichtspiele für PAOK mit 44 Toren und 26 Vorlagen, dazu 18 Länderspiele für Griechenland. Anders als Karetsas ist er kein reines Zukunftsprojekt, sondern ein Spieler, der sofort Verantwortung übernehmen kann.
Und warum gleich zwei? Weil der Plan A nicht aufging. Wochenlang verhandelte der BVB um Said El Mala vom 1. FC Köln, scheiterte aber an der Kölner Preisvorstellung und sah letztlich von einer Verpflichtung ab. Konstantelias war die Antwort auf dieses Scheitern, geholt als Alternative für die Offensive. Der Kölner Shootingstar hat inzwischen bis 2031 verlängert und trägt dort die Nummer 10.
Unsere Einschätzung: Der Griechen-Doppelpack ist mutig und teuer, aber inhaltlich schlüssig. Karetsas ist die Wette auf die Zukunft, Konstantelias die Verstärkung für sofort. Das Risiko: Zwei Spieler für ähnliche Räume bedeuten Konkurrenz um dieselbe Position, und keiner von beiden hat je in der Bundesliga gespielt.
🔄 Wer sonst noch kam: Veerman, Gadou und die Talente
Neben den Griechen hat der BVB gezielt weitere Lücken geschlossen.
Joey Veerman von der PSV Eindhoven ist der wohl unterschätzteste Zugang. Der Niederländer ist ein etablierter Aufbauspieler mit exzellentem Passspiel und bringt genau die Struktur mit, die einer jungen Mannschaft im Zentrum oft fehlt. Er kam spät und dürfte zunächst nicht in der Startelf stehen, ist aber längerfristig ein Schlüsselspieler.
Joane Gadou von RB Salzburg soll die Innenverteidigung verstärken und hat sich in der Vorbereitung sofort für die Dreierkette empfohlen. Angesichts der Verletztenlage hinten kommt ihm eine größere Rolle zu als ursprünglich gedacht.
Dazu setzt der Klub auf Perspektive: Samuele Inácio, mit 18 Jahren aus der eigenen zweiten Mannschaft aufgerückt, traf ebenfalls gegen Arsenal und drängt in die Startelf. Ergänzt wird das durch die Talente Kauã Prates (Cruzeiro), Justin Lerma (Independiente) sowie die intern aufgerückten Mussa Kaba, Mathis Albert und Enzo dos Santos.
📤 Wer gegangen ist: Ein Kapitel schließt sich
Der Umbruch hat auch eine Abgangsseite, und die hat Symbolkraft:
- Julian Brandt verließ den Klub nach Jahren als prägender Kreativspieler in Richtung Ajax Amsterdam. Genau seine Rolle sollen nun die beiden Griechen ausfüllen.
- Niklas Süle ist ebenfalls nicht mehr dabei, was die ohnehin angespannte Lage in der Innenverteidigung zusätzlich verschärft.
- Salih Özcan wechselte zu Beşiktaş Istanbul und reiht sich damit in die lange Liste deutscher Profis ein, die im Sommer 2026 in die Süper Lig gezogen sind.
- Julien Duranville ging zu Olympique Lyon, Cole Campbell schloss sich der SV Elversberg an, Diant Ramaj wurde nach Kopenhagen verliehen.
Unterm Strich hat der BVB Erfahrung abgegeben und Jugend eingekauft. Das ist konsequent, aber es kostet kurzfristig Verlässlichkeit.
🏥 Die Verletztenliste: Das eigentliche Problem
So stark die Offensive aufgerüstet wurde, das ungelöste Thema liegt hinten. Nico Schlotterbeck laboriert noch an einer bei der WM erlittenen Sprunggelenksverletzung und fehlt zum Saisonstart. Emre Can fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus. Carney Chukwuemeka plagen erneut muskuläre Probleme, wie schon in der Vorsaison.
Damit steht ausgerechnet die Innenverteidigung, die schon in der Vorsaison nicht zu den Stärken zählte, auf tönernen Füßen. Dass Kovač intern weitere Transfers gefordert hat, ist vor diesem Hintergrund gut nachvollziehbar. Bis zum Deadline Day Anfang September kann sich hier noch etwas tun, und es sollte auch.
🎯 Was bedeutet das für die Saison und für Wetten?
Der Transfersommer hat den BVB jünger, kreativer und teurer gemacht, aber nicht zwangsläufig stabiler. Und genau das ist für die Bewertung entscheidend.
Als Vizemeister mit 73 Punkten hatte Dortmund in der Vorsaison 16 Punkte Rückstand auf Double-Sieger Bayern. Diese Lücke schließt man nicht mit zwei bundesligaunerfahrenen Kreativspielern und einer angeschlagenen Innenverteidigung. Wer auf die Dortmunder Meisterschaft setzt, spielt gegen die wahrscheinlichere Realität, unabhängig davon, wie verlockend die Quote aussieht.
Der solidere Markt ist die erneute Qualifikation für die Champions League. Klubgröße, Serhou Guirassy als Torgarant, der Signal Iduna Park als Festung und ein Trainer, der auf Struktur setzt, sprechen klar dafür, dass der BVB unter den ersten Vier landet.
Für Einzelspiel-Wetten gilt ein praktischer Hinweis: Eine derart umgebaute Mannschaft braucht Wochen, bis die Automatismen greifen. In den ersten Spieltagen sind Dortmunder Auswärtsfavoritenrollen deshalb kritisch zu prüfen, während im eigenen Stadion die Verlässlichkeit spürbar höher ist. Und weil mit Karetsas, Konstantelias und Inácio gleich mehrere offensive Neuzugänge um Spielzeit kämpfen, sind Torschützen-Wetten auf einzelne Namen in dieser Phase riskanter als üblich. Wer einen Spieler-Tipp sucht, fährt mit Guirassy als gesetzter Sturmspitze deutlich sicherer.
👉 Unsere Einschätzung: Der Transfersommer war mutig und richtig, macht den BVB aber nicht zum Titelkandidaten. Der Value liegt auf der Champions-League-Qualifikation, nicht auf der Meisterschaft.
❓ Häufige Fragen zu den BVB-Transfers 2026/27
Wen hat Borussia Dortmund im Sommer 2026 verpflichtet? Die wichtigsten Zugänge sind Konstantinos Karetsas (KRC Genk), Giannis Konstantelias (PAOK Saloniki), Joey Veerman (PSV Eindhoven) und Joane Gadou (RB Salzburg), dazu mehrere Talente.
Was kostet Konstantinos Karetsas? Der 18-jährige griechische Nationalspieler kam Anfang August für kolportierte 30 Millionen Euro vom KRC Genk und ist damit einer der teuersten Zugänge der BVB-Geschichte.
Was kostet Giannis Konstantelias? Der BVB zahlt 26 Millionen Euro fix an PAOK Saloniki, dazu sind bis zu sechs Millionen Euro an Boni möglich. Der 23-Jährige unterschrieb einen Fünfjahresvertrag.
Warum hat der BVB Said El Mala nicht verpflichtet? Nach wochenlangen Verhandlungen sah Dortmund von einer Verpflichtung ab, weil die Forderungen des 1. FC Köln nicht erfüllt werden sollten. Konstantelias wurde daraufhin als Alternative geholt.
Welche Spieler haben den BVB verlassen? Zu den prominentesten Abgängen zählen Julian Brandt (Ajax Amsterdam), Niklas Süle, Salih Özcan (Beşiktaş) und Julien Duranville (Olympique Lyon).
Wird Borussia Dortmund Meister 2026/27? Das gilt als unwahrscheinlich. Der Rückstand auf Bayern betrug zuletzt 16 Punkte, realistisch ist eine erneute Platzierung unter den ersten Vier.
🧠 Fazit: Mutiger Umbau mit einer offenen Baustelle
Der BVB-Transfersommer 2026 war alles andere als langweilig. Nach dem geplatzten El-Mala-Deal hat Dortmund konsequent umgesteuert und mit Karetsas und Konstantelias zwei junge griechische Kreativspieler für zusammen rund 60 Millionen Euro geholt, dazu mit Veerman Struktur und mit Gadou und Inácio Perspektive. Das ist eine klare Handschrift: jünger, hungriger, offensiver.
Die Kehrseite ist ebenso klar. Die Innenverteidigung ist durch die Abgänge und die Verletzungen von Schlotterbeck und Can die offene Baustelle des Kaders, und keiner der teuren Neuen hat je in der Bundesliga gespielt. Für Wettfreunde heißt das: Die Vorfreude ist berechtigt, die Meisterwette bleibt es nicht. Der realistische und besser bepreiste Weg führt über die Champions-League-Qualifikation.
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