WM-Schock: Lennart Karl fällt aus, Ouédraogo rückt nach
Muskelbündelriss im Abschlusstraining
Bittere Nachricht für das DFB-Team nur neun Tage vor dem WM-Auftakt: Bayern-Youngster Lennart Karl erlitt im Abschlusstraining für die Generalprobe gegen die USA in Chicago einen Muskelbündelriss im linken Oberschenkel und verpasst damit die Weltmeisterschaft. Schon nach der Einheit hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann Schlimmes geahnt: „Das sah ehrlich gesagt nicht so gut aus.“ Die anschließende MRT-Untersuchung bestätigte die Befürchtungen. Nagelsmann sprach von einem „großen Schock“ für den gesamten DFB-Tross und besonders für den Spieler selbst.
Vom Talent zum Hoffnungsträger
Der 18-Jährige galt als einer der spannendsten Namen im deutschen Aufgebot und war in der Vorbereitung drauf und dran, sich einen Stammplatz auf der rechten Offensivseite zu erkämpfen. Sein Aufstieg war rasant: Binnen eines Jahres kletterte sein Marktwert von 1,5 auf rund 60 Millionen Euro. Mit seiner Unbekümmertheit, seinem Tempo und seiner Dribbelstärke hatte er sich in den Augen des Bundestrainers eine echte Rolle erarbeitet. Umso schwerer wiegt der Ausfall, gerade weil er so kurz vor dem Turnier kommt.
Ouédraogo rückt nach
Als Ersatz nominierte Nagelsmann überraschend den 20-jährigen Assan Ouédraogo von RB Leipzig nach, der seinen Spanien-Urlaub dafür abbrach. Laut FIFA-Statuten darf der Bundestrainer verletzte Feldspieler noch bis einen Tag vor dem Auftaktspiel am 14. Juni gegen Curaçao ersetzen. Nagelsmann begründete die Wahl damit, dass Ouédraogo neben Karl den besten Eindruck hinterlassen habe und vielseitig einsetzbar sei. Für die deutschen Wettquoten dürfte der Ausfall eines designierten Stammspielers kurzfristig spürbar sein, auch wenn das Team auf den Außenbahnen breit besetzt bleibt.